Städteurlaub | Urlaub in Österreich

Um Salzburg herum – Lustschloss, Alpenzoo und Brauwelt

23. Februar 2022

Im heutigen Beitrag möchte ich euch gerne drei Ausflugsziele außerhalb der Salzburger Innenstadt vorstellen. Ich war bisher drei Mal in der schönen Stadt am Ufer der Salzach zu Gast, dabei habe ich zwei Mal in einem innenstadtnahen Hotel und einmal, bei unserem letzteren Besuch, auf dem komfortablen Wohnmobilstellplatz etwas außerhalb übernachtet. Wir haben daher auch für den Ausflug in den Zoo Salzburg Hellbrunn das sehr gut ausgebaute öffentliche Nahverkehrsnetz genutzt. Bei den vorherigen Besuche, noch ohne unseren kleinen Henry, sind wir zur Stiegl-Brauwelt und auch zum Schloss Hellbrunn mit seinen Wasserspielen mit dem Auto angereist. Ich finde beides hat ja so seine Vor- und Nachteile und mit dem Auto ist man immer ein wenig flexibler, zumal bei allen der drei Ausflugzielen genügend Parkplätze zur Verfügung stehen. Andererseits entfällt das lästige Kinderwagen-aus-dem-Auto-räumen und wenn die Straßenbahnen und Busse wenig frequentiert sind ist es natürlich super entspannt, wenn man sich „fahren lassen kann“.

Der Eintritt zum Schloss sowie in die Brauwelt sind zudem kostenlos, wenn man die Salzburg Card im Vorfeld erworben hat. Im Zoo Hellbrunn gibt es eine Ermäßigung mit der Gästekarte. Diese lohnt sich schon ab einem Wochenendaufenthalt in Salzburg, da auch die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel im Stadtgebiet inkludiert ist. Ich werden euch aber wie immer alle wichtigen bzw. weiterführenden Infos unten im Beitrag verlinken.

Besuch des Schlosses Hellbrunn mit seinen Wasserspielen

Das idyllisch gelegene Lustschloss Hellbrunn befindet sich sechs Kilometer außerhalb der Innenstadt inmitten einer wunderschönen Parkanlage und wurde im frühen 17. Jahrhundert von Markus Sittikus, dem damaligen Fürsterzbischof von Salzburg, erbaut. Heutzutage hätte der Gute wohl mit einer Villa für 40 Millionen Dollar in den Hollywood Hills vor seinen Geschäftspartnern geprotzt und dort auch die ein oder andere Sause gefeiert, damals fanden die rauschenden Feste – fernab dem strengen höfischen Leben – hier im Schloss und dem angrenzenden Park statt.

Blick auf Schloss Hellbrunn

In diesem befinden sich auch die weltbekannten Wasserspiele, die schon damals zum Amüsement der Gäste gedient hatten. Der kleine, aber feine Unterschied zu heute ist, dass jetzt jeder herzlichst mit österreichischem Charm Willkommen geheißen wird, in der Spätrenaissance sich die Tore des Schlösschens lediglich einem sehr erlesenen Publikum geöffnet haben. Diese konnten die verschiedenen Tuffsteingrotten und detailgetreuen Marmorskulpturen bewundern und am Fürstentisch edel speisen. Das dieser mit ein paar kleinen, gemeinen und nassen Überraschungen ausgestattet wurde, wussten die Besucher ja zur Freude von Markus Sittikus nicht 😉 .

Die Wasserspiele können im Gegensatz zur übrigen Parkanlage nur im Rahmen einer Führung besucht werden und mich hat vor allem die selbst aus heutiger Sicht ziemlich ausgefuchste Technik hinter dem ganzen Wasserspektakel beeindruckt. Der gesamte Garten ist nämlich mit einem Netz von Pumpen und unterirdischen Leitungen versehen, die dafür sorgen, dass das Wasser aus den Mündern der Wasserspeier und den Quellen in den Grotten sprudelt. Natürlich darf eine kleine Dusche durch die heimtückische Spritzbrunnen auch beim heutigen Rundgang nicht fehlen und der Gute Markus würde sich sicherlich ins Fäustchen lachen, denn wasserscheu sollte man hier auch im 21. Jahrhundert nicht sein.

Wasserspiele im Schloss Hellbrunn

Ein weiteres Highlight im Garten ist das mechanische Theater aus dem Jahr 1748. Dieses stellt mit ca. 250 sich auf drehenden Scheiben fortbewegende Holzfiguren das vielfältige Treiben einer Kleinstadt sehr detailgetreu dar. Musikalisch wird das Ganze mit verschiedenen Melodien von Mozart oder Eberlin unterlegt.

Das Innere des Schlosses mit erlesenem Mobiliar, einem überlebensgroßen Einhorn, dem Zimmer der Vergänglichkeit und dem Musikzimmer mit einer überdimensionalen Schleife mit dem Notenmaterial der Oper L’Orfeo – um hier nur ein paar der Highlights zu nennen – kann dann auf eigene Faust und auch in eigenem Tempo mit einem Audioguide erkundet werden.

Musikzimmer im Schloss Hellbrunn

Familienspaß im Alpenzoo Salzburg Hellbrunn

Der Zoo Salzburg Hellbrunn liegt nur einen Kilometer entfernt vom Lustschloss und befindet sich noch im weitläufigen historischen Schlosspark, der von einer markanten Felswand eingerahmt wird. Ich kann euch den Zoobesuch schon mit kleinen Kindern unter zwei Jahren empfehlen, da das Areal übersichtlich und auch sehr gut mit dem Kinderwagen zu erkunden ist. Zudem gibt es viele Sitzmöglichkeiten und auch in den Gehegen gibt es immer was zu schauen.

Gerade der Aspekt, dass der Zoo im Vergleich zum beispielsweise Stuttgarter oder Münchner nicht allzu groß ist, macht den Besuch mit den Kleinsten zu einem entspannten Erlebnis vor einer wunderbaren Bergkulisse. Aber auch als großes Kind 🙂 kommt man auf seine Kosten, auch wenn man gerade als Erwachsener natürlich bei allen Zoobesuchen kritisch hinterfragen sollte, ob das Halten von Tieren in Gefangenschaft so eine prickelnde Sache ist. Aber ich denke, das ist nochmals eine andere, generelle Diskussion, die ich jetzt nicht im Rahmen dieses Beitrages lostreten möchte.

Ich gebe zu, dass ich sehr gerne in Zoos gehe und auch meinem kleinen Henry dieses Erlebnis nicht vorenthalten wollen würde, vor allem wenn die Gehege so schön und tiergerecht gestaltet sind wie hier in Hellbrunn. An dieser Stelle muss ich aber ehrlicherweise anmerken, dass das nicht immer so gewesen ist denn Anfang der 1970er Jahre wurde der Zoo beispielsweise wegen des Verstoßes gegen das Importverbot für Orang-Utans zeitweise geächtet. Heute sieht man bei einem Spaziergang durch das 14 Hektar große Areal aber, dass hier in den letzten Jahren viel Geld und auch Liebe in die Neugestaltung der Gehege geflossen sind und es den Tieren sehr gut geht.

Der Zoo hat seinen historischen Ursprung im 15. Jahrhundert in einem Jagdgehege für den Adel und ist heute als Geozoo konzipiert. Das bedeutet u.a. das die Haltung verschiedener Tierarten, von denen es rund 150 zu bestaunen gibt, in gemeinsamen Gehegen umgesetzt wurde. Diese sind dann auch dem Lebensraum in der jeweiligen Heimat nachempfunden. So kann man hier über unserer Kontinente spazieren, trottelige Rote Pandas und faule Bären bestaunen oder auch den frechen Erdmännchen beim Graben und Spähen zusehen. Für unseren Henry war natürlich der Streichelzoo mit den Schweinis und den gefräßigen Ziegen das absolute Highlight, von den Pommes im Restaurant mal abgesehen 😉 .

Besuch der Stiegl-Brauwelt

Die Stiegl-Brauwelt befindet sich auf dem Gelände der Barauerei in der Maxglaner Vorstadt im Westen Salzburgs ganz in der Nähe des Flughafens. Stiegl ist übrigens die größte private Brauerei in Österreich und produziert über 1.000.000 Hektoliter Bier im Jahr. Mit dem Eintritt in die interaktive Ausstellung sind auch Gutscheine für 0,2 Liter Bierproben, welche im Anschluss an den Rundgang durch die Brauwelt in der Gaststätte eingelöst werden können, inkludiert.

Die kurzweilig gestaltete Ausstellung in der Brauwelt befasst sich natürlich mit der Geschichte der Brauerei und zeigt wie Bier, nicht nur bei Stiegl, gebraut wird. Man kann zudem einen Blick in den Verkostungskeller werfen und bekommt teils witzige Hintergrundinfos zur Marke Stiegl. In der angeschlossenen Brauereigaststätte können, unabhängig vom Besuch der Brauwelt, natürlich die Klassiker der österreichischen Küchen zusammen mit einem (auch alkoholfreiem) hausgebrauten Bier genossen werden.