Mitten in der Wüste Utahs, rund 40 Meilen von der Interstate 70 entfernt, liegt der faszinierende Goblin Valley State Park – ein echter Geheimtipp für alle, die abseits der bekannten Nationalparks wie Capitol Reef, Canyonlands oder Arches unterwegs sind. Die bizarren Felsformationen im sogenannten Mushroom Valley erinnern an kleine Kobolde und bieten eine spektakuläre Kulisse für Wanderungen und Fotos.

Unterwegs im Goblin Valley State Park
Die charakteristischen Goblins bestehen aus Sandstein, der über Millionen Jahre durch Wind und Wasser zu bizarren Formen modelliert wurde. Vor rund 150 Millionen Jahren war das Gebiet von einem großen Binnenmeer bedeckt – die Ablagerungen aus Schlick und Kalk verdichteten sich im Lauf der Zeit zu unterschiedlich harten Gesteinsschichten, die das heutige Landschaftsbild und die bizarren Felsformationen im Mushroom Valley prägen.




Der Campingplatz im Goblin Valley bietet dank überdachter Picknicktische auch in den frühen Abendstunden angenehme Sonnenplätze. Und wenn die Sonne schließlich hinter dem Hügel verschwunden ist, beginnt die magischste Zeit des Tages: am knisternden Lagerfeuer sitzen, den Blick gen Himmel richten – und Sterne zählen, wie könnte es anders sein. Mit Toiletten, Duschen und ausreichend Platz ist der Platz bestens ausgestattet und damit ideal für eine ruhige Nacht unter Utahs funkelndem Firmament.
Beeindruckender Little Wild Horse Canyon
Ein echtes Highlight der Region ist die Wanderung durch den Little Wild Horse Canyon, dessen schmale Slot-Schluchten und leuchtenden Sandsteinwände ein intensives Naturerlebnis bieten, besonders für Fotobegeisterte. Kurz vor der Entrance Station führt ein nur bei gutem Wetter befahrbarer Weg zum Trailhead des wundervollen und sehr fotogenen Canyon.
Der rund 8 Meilen lange Rundweg schlängelt sich durch teils nur schulterschmale Passagen und verlangt eine gute Grundkondition sowie Trittsicherheit. Aufgrund der abgelegenen Lage empfiehlt sich die Tour ausschließlich bei stabilem Wetter. Genügend Wasser, ein zuverlässiger Sonnenschutz und festes Schuhwerk sind Pflicht, denn ein Notruf ist hier nicht ohne Weiteres möglich. Die farbenfrohe Landschaft erinnert in Teilen an den berühmten Antelope Canyon und hält spektakuläre Motive bereit, ganz ohne die üblichen Touristenströme.
Marie Curie und Temple Mountain – Wissenschaft trifft Wüste
Wusstest ihr, dass die berühmte Physikerin Marie Curie nicht nur in europäischen Laboren wirkte, sondern auch Spuren in der Wüste Utahs hinterließ? Um die Herkunft des hochwertigen Uranerz selbst zu sehen, soll Curie um 1921 Temple Mountain besucht haben. Berichten zufolge lebte sie für kurze Zeit in einer der Steinhütten am Fuße des Berges. Damals war Temple Mountain ein aktives Uranabbaugebiet, in dem mit einfachsten Mitteln, also mit Spitzhacke und Schaufel, gearbeitet wurde. Die Region war bekannt für ihre ergiebigen Vorkommen und wurde später zu einem Zentrum des Uranbooms in den USA. Heute ist Temple Mountain ein Geisterort, umgeben von bizarrer Wüstenlandschaft und stillen Relikten der Bergbaugeschichte. Die Vorstellung, dass Marie Curie einst durch diese raue Umgebung wanderte, verleiht dem Ort eine fast mystische Aura – Wissenschaftsgeschichte mitten im roten Fels von Utah.
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