In Ulm, um Ulm und um Ulm herum

Glücksorte – Wanderung zum Rusenschloss

4. Mai 2019

Heute nehme ich euch mal wieder mit auf eine Wanderung in der Region rund um Ulm. Normal bin ich ja eher mit dem Rad unterwegs, aber gerade jetzt im Frühjahr wenn es überall grünt und spießt ziehe ich mir auch gerne die Wanderstiefelchen an. Daher machen wir einen kleinen Ausflug ins idyllische Blautal, hoch hinauf zum Rusenschloss und dem Knoblauchfelsen.

Burg, Land, Fluss

Der Aufstieg zur Ruine startet auf dem Wanderparkplatz am Riedweg nahe der Eisenbahnbrücke im Blaubeurer Ortsteil Gerhausen und verläuft anfänglich steil durch den Wald hinauf. Der Weg ist mit einem gelben Kringel (Donut 🙂 ) gekennzeichnet, wobei gerade auf dem ersten Wegstück das Zeichen oftmals etwas versteckt an den Bäumen befestigt ist.

Wanderung zum Rusenschloss

Nach einem kurzen, aber anstrengenden Stück hinauf und durch den Wald, führt der Wanderweg vorbei an der “Großen Grotte”. Obwohl nicht extra ausgeschildert ist diese nicht zu verfehlen. In der Höhle lebte Anno dazumal nicht etwa der Wächterdrache der Burg sondern Neandertaler, denen der Fels als Unterkunft diente.

Steht man heute inmitten der 17 Meter hohen Halle, befindet man sich auch in einer der nachweislich ältesten Behausungen der Neandertaler auf der Schwäbischen Alb und kann auch nachvollziehen, warum gerade dieser Ort gewählt wurde. Der Ausblick auf das Tal und damit auch auf die Jagdbeute, wie Steinböcken oder Wildpferden, wird zwar heute teils von Bäumen versperrt, zur damaligen Zeit und mit weniger Bewuchs war er aber optimal um den Über- und Weitblick zu behalten. Hier wurde auch ein seltener Fund einer Geschossspitze aus Knochen gemacht. Wer sich für dieses Thema und die prähistorischen Ausgrabungen interessiert, muss unbedingt dem Urgeschichtlichen Museum in Blaubeuren einen Besuch abstatten.

Wandert man nun bergauf weiter erreicht man bald die nur einen Steinwurf entfernte Ruine Hohengerhausen. So heißt nämlich die im Volksmund nur “Rusenschloss” genannte Burg mit offiziellem Namen. Diese betritt man durch einen schmalen Torbogen. Die Burg wurden im 11. Jahrhundert erbaut und in den darauffolgenden Jahrhunderten von den wechselnden Besitzern aus- und umgebaut und fristete ihr Dasein letztendlich als Steinbruch. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das zwischenzeitlich denkmalgeschützte Gemäuer vom Staat zurückgekauft und seither kontinuierlich restauriert und instand gehalten.

Der sogenannten Knoblauchfelsen befindet sich ein kurzes Stück von der Ruine entfernt und ist definitiv der schönste Aussichtspunkt über das Blautal, in dem das namensgebende Flüsschen durch die Wiesen mäandert und das blau-grüne Wasser so schön in der Sonne glitzert.

Der weitere Wanderweg durch das Naturschutzgebiet verläuft relativ eben, jedoch hoch über dem Blautal in Richtung Blaubeuren. Dabei kommt man am Kriegerdenkmal und in Sonderbuch am Flugplatz vorbei. Zu guter Letzt steigt man dann nach ein paar Kilometern hinab zum legendären Blautopf.

Das Wegstück zurück zum Parkplatz in Gerhausen verläuft ebenerdig durch Wiesen und Weiden entlang dem Flüsschen. Im Naturfreundehaus nahe dem Wanderparkplatz lässt sich auf der Außenterrasse lecker Kaffee und Kuchen, mit exklusivem Burg-Blick, genießen.

Informationen zur Wanderung

Schwierigkeit
leicht
Distanz
9 km
Wanderzeit
3,5 Stunden
Geeignet für Kinder / Kinderwagen
Ja / Nein

Am Ufer der Blau

Dieser Beitrag entstand im Rahmen der Recherchen für das Buch “Glücksorte in und um Ulm”, welches im Frühjahr 2020 im Droste Verlag erscheinen wird.