Ulmer Höhenweg

Auch in Ulm lohnt es sich, die Wanderstiefel zu schnüren – vielleicht nicht gleich die fürs Hochgebirge, aber gute Trekkingschuhe sind auf dem 12 Kilometer langen Ulmer Höhenweg definitiv empfehlenswert. Seit seiner Eröffnung im Jahr 2013 verbindet der Weg Böfingen mit dem Eselsberg – oder umgekehrt – und führt dabei über sieben Hügel, die Ulm über die Jahrzehnte hinweg geprägt haben: Galgenberg, Kuhberg, Roter Berg, Eselsberg, Kienlesberg, Michelsberg und Safranberg. Übrigens zählt der Höhenweg auch zu meinen persönlichen Glücksorten, die ich in meinem Reiseführer Glücksorte in und um Ulm vorstelle und zu denen ich Euch herzlich einlade.

Über sieben Hügel musst du gehen

Der Panoramaweg verläuft in zwei Varianten durch hügeliges Gelände, vorbei an Wäldern, Wiesen und Schrebergartenkolonien, in denen viele Ulmer ihre Freizeit verbringen – sei es beim Obstbau, der Imkerei oder einfach beim Entspannen im Grünen. Besonders im goldenen Herbst, wenn die Alleen in warmen Farben leuchten und die Luft vom Sommer noch flirrt, entfaltet der Höhenweg seinen ganzen Charme. Und immer wieder öffnet sich der Blick auf das imposante Ulmer Münster, und bei klarer Sicht zeigen sich sogar die Alpen am Horizont – ein echtes Highlight für alle, die Fernblicke lieben. Doch auch im Frühling lohnt sich der Weg: Wenn zarte Blüten die Bäume schmücken und das frische Grün die Landschaft neu kleidet, wirkt alles wie aus dem Winterschlaf erwacht.

Unterwegs auf dem Ulmer Höhenweg

Geschichte trifft Natur

Der Ulmer Höhenweg ist nicht nur landschaftlich reizvoll, sondern auch historisch spannend. Er führt vorbei an verwunschenen Bauwerken wie dem Fort Albeck und kreuzt auf dem Weg zur Wilhelmsburg den Festungsweg. Als Teil der Bundesfestung wurde die Wilhelmsburg zwischen 1842 und 1859 errichtet und thront seither über der Stadt wie ein stiller Wächter. Ihre Mauern erzählen von Zeiten der Verteidigung, von Kasernenleben und später von Notunterkünften für Geflüchtete nach dem Zweiten Weltkrieg. Heute ist sie ein Ort der Erinnerung und der Erneuerung, mit Kulturveranstaltungen, Führungen und kreativen Zwischennutzungen. Besonders idyllisch ist die nur Trommelwiese – nur einen Steinwurf vom Hauptwerk des Ulmer Festungsgürtels entfernt. Hier, auf der Magerwiese zwischen duftenden Nadelbäumen, fühlt sich ein Picknick fast wie Urlaub in Südfrankreich an.

Auch der Ulmer Hauptfriedhof liegt auf der Route und bietet einen stillen, besinnlichen Kontrast zu den belebten Abschnitten des Weges. Zwischen alten Baumriesen und kunstvoll gestalteten Grabmälern entfaltet sich eine Atmosphäre der Ruhe und Erinnerung.

Zwei Wege – ein Erlebnis

Neben der Hauptroute gibt es eine ebenso schöne Nordvariante, die über vier Verbindungswege mit dem Hauptweg verknüpft ist. Sie führt unter anderem am Botanischen Garten und dem Hauptfriedhof vorbei und lässt sich wunderbar als Rundkurs laufen – ideal für alle, die Ulm aus neuen Perspektiven entdecken möchten. Wir haben für unsere Wanderung eine Kombination aus beiden Varianten gewählt.

Praktische Tipps für deine Wanderung

Als Startpunkt empfiehlt sich die Straßenbahnhaltestelle „Ostpreußenweg“ (Linie 1) in Böfingen. Wer unterwegs eine Pause einlegen möchte, findet entlang der Strecke gemütliche Einkehrmöglichkeiten, zum Beispiel auf der Sonnenterrasse im Panorama bei Pippo, wo Pizza und Pasta mit Aussicht serviert werden.

Virtuelle Kaffeekasse

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