In Ulm, um Ulm und um Ulm herum | Unterwegs in Süddeutschland

Wanderung zum Ödenturm und der Ruine Helfenstein

30. April 2020

Heute möchte ich euch auf eine längere Wanderung zum Ödenturm und weiter zur Ruine Helfenstein mitnehmen. Der Turm sowie die Ruine stehen auf einem Bergsporn hoch über Geislingen an der Steige.

Durch die Steige verläuft die B10 und parallel dazu eine 5,6 Kilometer lange Eisenbahnrampe von Amstetten nach Geislingen. Die heutige B10 wurde schon zu Römerzeit als Fernstraße genutzt. Die Eisenbahnrampe wurde 1823 erbaut und überwindet einen Höhenunterschied von 112 Metern. Der Streckenabschnitt gilt als die erste Gebirgsquerung einer Eisenbahn in Kontinentaleuropa.

Die Wanderung starte am Parkplatz an der Ziegelhütte und verläuft den ersten Kilometer entlang und oberhalb der Steige. Der Wanderparkplatz liegt zwischen Amstetten und Geislingen direkt an der B10 und ist fast nicht zu verfehlen.

Die Gesamtstrecke beträgt 12 Kilometer. Ich würde die Wanderung leicht bis moderat einstufen. Sie kann jedoch nicht mit einem Kinderwagen bewältigt werden, da die Wege teilweise schmal und verwurzelt sind.

Der Hohlweg auf dem ersten Abschnitt verläuft immer leicht bergauf und man hat einen super tollen Blick hinab ins Tal und auf die Straub Mühle.

Ein bisschen erinnert mich der Ausblick an einen Besuch im Miniatur Wunderland in Hamburg: Wenn sich unten im Tal der Zug die Steige entlang schlängelt, sieht es von oben aus als wäre dieser nur ein paar Zentimeter groß 😉 . Der Wanderweg verlässt nach ca. 2,5 Kilometer den Wald und führt durch die Felder hindurch zum Weiler Hofstett am Steig.

Wanderlust

Ödenturm

Nach insgesamt 5 Kilometer erreicht man den 33 Meter hohen Ödenturm. Dieser ist von Mai bis Oktober an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 17 Uhr geöffnet

Der Turm hat seinen Namen der einsamen Lage hoch über der Stadt Geislingen zu verdanken und gilt als ihr Wahrzeichen. Vom Turm aus bietet sich ein toller Rundblick über die Fünftälerstadt

Obwohl der Turm eng mit der Geschichte der benachbarten Burg Helfenstein verknüpft ist, konnte seine Erbauungszeit bisher nicht eindeutig geklärt werden. Die Vermutung ist, dass der Turm im 15. Jahrhunderts zur Verbesserung der Burg-Verteidigung erbaut wurde.

Ruine Helfenstein

Vom Ödenturm ist es nur noch knapp ein Kilometer bis zur Burgruine. Der Wanderweg verläuft durch den Weiler ob Helfenstein. Zuvor wird der Hohlweg zum Trampelpfad und geht steil bergauf. Die Burg wurde um 1100 von Eberhard von Helfenstein erbaut und hatte eine recht wechselhafte Vergangenheit: Im Jahr 1382 fiel sie als Pfand an die Reichsstadt Ulm und im Jahres 1552 in die Hände des Markgrafen von Ansbach.

Jetzt ist es hoch über Geislingen zum Glück etwas ruhig geworden und lediglich die Burgschenke lädt am Wochenende und an Feiertagen zur Einkehr ein. Die Ruine kostet keinen Eintritt und in der Nähe der Burgschenke gibt es die Möglichkeit die Toilette zu besuchen 😉 .

Von der Burgruine aus ist es noch ein Kilometer hinunter ins Tal nach Geislingen. Von dort aus könnte man mit dem Zug zurück nach Amstetten fahren. Wir haben jedoch nach einer kleinen Pause wieder den Rückweg zur Ziegelhütte angetreten.

Informationen zur Wanderung

Schwierigkeitmoderat
Distanz12 km
Wanderzeit4,5 Stunden
Geeignet für Kinder / KinderwagenJa / Nein