Urlaub in Frankreich

Weltallstadt Toulouse

7. Oktober 2021

Etappen 15 und 16 – Am frühen Nachmittag sind wir in Toulouse angekommen und haben unser Wohnmobil auf dem Camping le Rupé im Stadtgebiet abgestellt. Ich hatte im Vorfeld schon ein wenig recherchiert und man kann vom Campingplatz aus entlang dem Canal Latéral à la Garonne, sowie dem Canal de Brienne entspannt fernab vom Verkehr in die City reinradln.


Mit dem Wohnmobil in Großstädten herumzufahren, ist keineswegs einfach. Immerhin ist Toulouse die viertgrößte Stadt Frankreichs. Dies bereitet nicht nur wenig Vergnügen, sondern birgt auch die mögliche Gefahr von Einbrüchen, insbesondere wenn man sein Auto einfach irgendwo abstellt. Für die öffentlichen Parkhäuser in der Innenstadt sind Wohnmobile zudem zu hoch, da bleiben nicht allzu viele sichere Möglichkeiten.

La Ville Rose – Unterwegs in Toulouse

Toulouse liegt in der Region Okzitanien und ist als rosarote Stadt im Südwesten Frankreichs eine bezaubernde Mischung aus Geschichte, Kultur und modernem Lebensstil. Diese lebendige Metropole mit ihren charakteristischen Gebäuden aus rosa Ziegelsteine liegt an der Garonne. Vom Campingplatz aus waren es rund 10 Kilometer bis zur Pont Neuf, der ältesten noch erhaltenen Brücke über die Garonne. Von dort ist es wiederum nur ein Katzensprung in die quirlige Altstadt Vieux Toulouse.

Der beeindruckende Place du Capitole, der von eleganten Arkaden umgeben ist, bildet hier das Herzstück. Das majestätisches, mit rosafarbener Fassade versehene Rathaus Capitole aus dem 18. Jahrhundert hat seinen Namen dabei nicht ganz ohne Grund. Bei unserem Besuch war gerade Wochenmarkt, und auch die Cafés und Restaurants waren gut besucht, was vielleicht auch am Semesterbeginn in der Stadt gelegen haben könnte. Da hatten wir es natürlich nicht ganz einfach mit unserem sperrigen Fahrradanhänger. Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg – oder ein Petits Four für unseren immer hungrigen Sohnemann 😉 . Die Wurzeln der drittältesten Universität Frankreichs reichen übrigens bis ins 13. Jahrhundert zurück. Sie wurde 2007 von einem Hochschul- und Universitätsverbund abgelöst.


Bei dem schönen Wetter haben wir uns daher nur in der Stadt umgesehen und keine der Sehenswürdigkeiten wie die Halle de la Machine oder das Musée des Augustins besucht. Für den Abend haben wir jedoch beim Metzger eingekauft und die original Saucisse de Toulouse genossen. Das ist eine super leckere, spezielle Schweinsbratwurst, die ausschließlich in Toulouse hergestellt wird. Wir haben sie uns zwar weniger traditionell gegrillt schmecken lassen, normalerweise ist die Wurst nämlich ein fester Bestandteil des Cassoulet, eines südfranzösischen Eintopfs, der aus Bohnen, Speck, Schweinefleisch und Würsten besteht.

Unendliche Weiten

Unser zweiter Tag in Toulouse führte uns in die faszinierende Welt der Cité de l’Espace, einem interaktiven Themenpark, der in enger Zusammenarbeit mit der ESA (European Space Agency) entstanden ist. Bereits im Jahr 1997 öffnete er seine Pforten für neugierige Besucher wie uns.


Das amerikanische Pendant wäre wohl Cape Canaveral, wobei der Vergleich natürlich ein wenig hinkt, da der Abschuss der europäischen Raketen meist außerhalb Europas, nämlich in Französisch-Guayana, stattfindet. Trotzdem muss sich unser europäisches Weltraummuseum keineswegs hinter dem populäreren Amerikanischen verstecken, den wo gibt es den sonst die Möglichkeit die quasi original Weltraumstation MIR zu besichtigen?

Zudem erkennt man erst auf den zweiten Blick, dass die Ariane V, die auf dem Außengelände stolze 55 Meter hoch in den Himmel ragt, nur eine Attrappe aus Kunststoff ist. Wie ihr euch vielleicht noch erinnern könnt, ist die echte Ariane damals direkt nach dem Start explodiert 🙁 . Mein persönliches Highlight auf dem Außengelände war natürlich der Blick in die Weltraumstation MIR, wie könnte es anders sein. Der Weg für die Besucher führt hier durch die vier Module Kvant 1, Kvant 2, Core und Kristall, die in Moskau zum Training der sowjetischen Kosmonauten eingesetzt wurden. Im Inneren erfährt man auch einiges über das Leben an Bord, und ich muss sagen, die französischen Astronauten haben es sich auch im Orbit kulinarisch gut gehen lassen.

Weltraumstation MIR


Die Ausstellungen im Hauptgebäude befassen sich mit der Geschichte der Luft- und Raumfahrt sowie dem Sonnensystem, Asteroiden und der Satellitentechnik. In einer interaktiven und sehr kurzweiligen Sonderausstellung erfährt man als Besucher mehr über das Leben als Astronaut. Leider ist Henry für den interaktiven Kinderteil der Ausstellung noch um einiges zu klein. Für Kinder ab dem Schulalter gibt es jedoch viele kindgerechte Erklärungen, Spaß und Spiel. Ich kann das Museum also uneingeschränkt auch als „Familienmuseum“ empfehlen.

Mit dem Eintritt von 21 Euro pro Person (Kinder unter fünf Jahre haben freien Eintritt) kann man zudem noch dem Planetarium einen Besuch abstatten und im IMAX Kino einen Film schauen. Beide haben wir bei unserem Besuch nicht gemacht bzw. einer von uns hätte draußen Henry bespaßen müssen, was wir in diesem Fall nicht wollten. Das hat dem Ganzen aber keinen Abbruch getan und vielleicht war es ja nicht unser letzter Besuch in der Weltraumstadt.

Virtuelle Kaffeekasse

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