Grignan entdecken

Es gibt Orte, die wirken wie ein typisches Postkartenmotiv und Grignan ist für mich genau so ein Ort. Das kleine Dorf in der Drôme Provençale mit seinem gleichnamigen Château versprüht südfranzösisches Lebensgefühl pur: schmale Gassen und idyllische Plätze auf denen der Charme der Provence spürbar ist – selbst dann, wenn man wie wir nicht zur Blütezeit der Lavendelfelder unterwegs war.

Grignan entdecken

Provenzalisches Lebensgefühl

Grignan ist nicht nur durch sein imposantes Schloss geprägt, sondern auch durch das Dorf, das sich malerisch an den Felsen schmiegt. Seine Geschichte reicht bis ins Mittelalter zurück, als sich rund um die Burg die ersten Siedlungen entwickelten. Über die Jahrhunderte wuchs Grignan zu einem kleinen, lebendigen Ort heran, dessen Gassen, Plätze und Steinhäuser bis heute den Charme der Provence bewahren. Besonders schön ist die harmonische Verbindung zwischen dem Dorf und der Residenz: Die engen, verwinkelten Wege führen ganz selbstverständlich hinauf zu dem Plateau, auf dem die Schlossanlage thront.

Grignan ist daher auch kein Ort, den man einfach „besichtigt“. Man lässt sich, so wie wir, treiben; durch die verwinkelten Gassen geht es hinauf zum Schloss, vorbei an den hellen Steinhäusern, die im Sommer die Wärme speichern und im Schatten angenehm kühl bleiben. Immer wieder öffnen sich kleine Plätze mit plätschernden Brunnen, Ecken voller duftender Blumen, dazu Cafés mit ein paar Tischen im Freien und kleine Läden, die zum Stöbern einladen. Ein wunderbarer Ort für eine kurze Auszeit in der Provence – besonders, wenn man wie wir mit dem Wohnmobil aus Süddeutschland Richtung Mittelmeer unterwegs ist und sich so sehr nach Vive la France sehnt.

Grignan entdecken

Châteaux de la Drôme – Provenzalische Schlossgeschichte

Erstmals im 11. Jahrhundert als Wehrburg erwähnt, entwickelte sich Grignan in der Renaissance unter der Familie Adhémar zu einer prachtvollen Residenz am Rand des Rhonetals. Im 17. Jahrhundert rückte das Schloss dank der Marquise de Sévigné sogar ins literarische Licht: Ihre Briefe an ihre Tochter, die hier lebte, machten Grignan weit über Frankreich hinaus bekannt. Nach der Zerstörung während der Französischen Revolution lag die Anlage lange in Trümmern, bis sie Anfang des 20. Jahrhunderts wieder aufgebaut wurde. Seit 1979 gehört das liebevoll restaurierte Schloss dem Département Drôme, ist als Monument historique geschützt und mit dem Label Musée de France ausgezeichnet.

Beim Rundgang durch die prunkvollen Räume spürt man noch immer etwas vom höfischen Leben vergangener Jahrhunderte. Und sobald man die berühmten Terrassen betritt, öffnet sich ein unglaublicher Rundblick über die Provence – bei klarer Sicht sogar bis zum Mont Ventoux und den Dentelles de Montmirail.

Grignan entdecken

Das Schloss gehört übrigens zu den drei Châteaux de la Drôme, einem Schlösserensemble, das gemeinsam die Geschichte der Region erzählt. In Montélimar kann das Château des Adhémar, ursprünglich eine wehrhafte Festung, die später zu einem eleganten Palast umgestaltet wurde, besichtigt werden. Und in Suze-la-Rousse steht eine mächtige Burganlage, die heute nicht nur Geschichte bewahrt, sondern als Weinuniversität eine ganz besondere Rolle spielt.

Aire Camping-Car an der Höhle von Rochecourbière

Wir haben Grignan leider nicht zur Zeit der Lavendelblüte erlebt; ein kleiner Wermutstropfen, denn die Felder und die ganze Kulisse rundherum müssen dann einfach magisch sein. Trotzdem hatten wir einen wunderbaren Aufenthalt, nicht zuletzt dank des Aire Camping-Car am Fuß des Ortes, direkt am Rand eines Olivenhains. Der Stellplatz selbst ist gebührenfrei, bietet Raum für rund 20 Mobile und liegt am Waldrand – teils schattig, teils etwas uneben, mit geschottertem und sandigem Untergrund. Etwa 20 Minuten dauert dann der sehr schöne Spaziergang hinüber ins Dorf.

Direkt am Stellplatz liegt die Höhle von Rochecourbière an einem kleinen Hang, der eigentlich mehr einem Felsunterstand als eine echte Höhle gleicht. Hier zog sich auch die Marquise de Sévigné zurück, um ihre berühmten Briefe zu schreiben. Ein herrlicher, fast verwunschener Ort und zugleich ein schöner Ausgangspunkt für Wanderungen in der Umgebung.

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