Kulinarisches

Kochen mit dem Cook4Me – Chili con Carne

7. Juli 2019

Ihr wisst ja, dass ich kein Freund von irgendwelchen multifunktionalen Küchengeräten à la Thermomix bin. Zwischenzeitlich gibt es diese Art von Küchenhilfen ja wie Sand am Meer und fast jeder namhafte Hersteller hat ein solches bei sich in das Sortiment mit aufgenommen. Diese helfen einem sicherlich mit den integrierten Kochbüchern beim Organisieren des Kochvorganges, meiner Ansicht nach aber nicht bei der individuellen geschmacklichen Gestaltung eines Gerichtes. Letztes hat selbst mich als “Küchen-Chaotin” bisher abgeschreckt ein solches Gerät anzuschaffen.

Dabei ist mein Mann derjenige, der meistens neue Geräte für Haus und Hof entdeckt und mir mit seinen Ideen so manchen Floh in den Kopf setzt.  Das hat uns auch vor ein paar Monaten dazu veranlasst, die heimische Küche ein wenig zu “pimpen”. Der Aspekt, dass unser Dampfdrucktopf mit relativ kleinem Fassungsvermögen ein wenig in die Jahre gekommen ist und wir oft Suppe und Soßen aus Knochen stundenlang selbst auskochen hat hier sicherlich auch mit dazu beigetragen sich nach einem neuen “Drucktopf” umzusehen.

So ist letztendlich unsere Wahl auf den Cook4Me von Krups gefallen, der mit ca. 160 Euro preislich weit unter dem der Firma Vorwerk aber qualitativ über den Produkten aus den Discountern liegt und auch ein wenig “mehr” Funktionalitäten als der Dampfdrucktopf-Klassiker vorweisen kann. Der Multikocher hat mit einem Fassungsvermögen von 6 Liter natürlich auch 150 verschiedene vorinstallierte Rezepte zu bieten 😉 . Ich will aber ehrlich zu euch sein, bei uns ist er regelmäßig mit der Einstellung “Garen unter Druck” und für die Zubereitung von Kartoffeln, dem besagten Suppen und Soßen Einkochen und natürlich bei der Zubereitung von Chili, Gulasch etc. im Einsatz. Beim Cook4Me handelt es sich aber nicht um einen klassischen Slow Cooker, wie beispielsweise dem Crock-Pot, der bereits vor ein paar Jahren bei uns in den Haushalt eingezogen ist.

Ich denke man muss sich bei der Anschaffung eines solchen Gerätes die Karten auf den Tisch legen und überlegen, was denn täglich so auf den Tisch kommt. Auf dessen Basis sollte man auch die Kaufentscheidung treffen und den Nutzen gegenüber dem Preis abwägen. Ich bin auf jetzt Fall froh, dass wir den “Wunderkessel” angeschafft haben und kann bisher nichts negatives, weder die Handhabung noch die Reinigung betreffend, über ihn berichten.

Chili con Carne

Aber genug über den Kochtopf geredet, mit diesem ein Chili con Carne übrigens sehr gut gelingt. Die Zubereitung von Chili ist sicherlich eine Philosophie für sich und ich habe das leckerste vor ein paar Jahren in Santa Fee, also im Urlaub durch die US-Region “Four Corners”, gegessen. Und hier möchte ich auch gleich mal mit einem leider sehr weit verbereiteten Irrtum aufräumen: ins Chili gehört kein Hackfleisch, genauso wenig wie in eine original Bolognese-Sauce auch kein Hackfleisch gehört, wobei das wiederum eine andere Geschichte ist …

Chili con Carne – Los geht’s im Cook4Me

Das nachfolgende Rezept ist daher auch ein Vorschlag, denn das perfekte Chili gibt es nicht. Jedes Chili schmeckt unterschiedlich und spiegelt den individuellen Geschmack des Kochs und respektive der Gäste wieder. Ich denke auch, dass dieser Aspekt zur Beliebtheit rund um den Globus beigetragen hat.

Burns, burns, burns …

Beim Kochen ist dann auch ein wenig Selbsteinschätzung gefragt, denn keiner bekommt eine Medaille für ein Chili das keiner essen will ohne danach den Wettbewerb im Milchtrinken zu gewinnen. Auch das ist vielleicht ein Vorurteil, denn scharf bedeutet nicht gleich lecker und wohlschmeckend. Ein schlechtes Chili wird durch übermäßige Schärfe auch nicht unbedingt besser. Ich möchte euch an dieser Stelle auch ein paar Weisheiten meines Mannes zum Thema Chili nicht vorenthalten:

  • Es muss im Hals kratzen.
  • Es sollte nicht so scharf sein, dass man Angst hat etwas davon zu essen. Jedoch sollte es scharf genug sein, das man Angst vor dem danach hat.
  • Es soll satt machen. Aber nicht so satt, dass man um Mitternacht nicht nochmal einen Schlag aus dem Kühlschrank räubert.
  • Denk nicht drüber nach mit einem 1-Liter-Topf zu starten, dass klappt nicht.
  • Hackfleisch kann man verwenden wenn man seine Gäste nicht mag – Spaß beiseite, mit Fleisch schmeckt es einfach besser.
  • Lass es gleich bleiben, wenn du nur eine Stunde Zeit für die Zubereitung eingeplant hast.
  • Welche Gewürze standen den Cowboys zu Verfügung? Keine, daher lasst es uns besser machen.
  • Gutes Chili schaut ein wenig wie Hundefutter aus.

Zudem gibt es, wie bereits erwähnt, nicht das Chili. Das Gericht ist sehr variabel was die Zutaten und auch die Einordnung in den Speisegang betrifft. Es sollte historisch gesehen den schwer arbeitenden Cowboys möglichste viele Kalorien zum Verbrennen zur Verfügung stellen und allem voran satt machen. Einmal in einem Topf über dem Lagerfeuer gekocht, ist es mehrere Tage halt- und essbar. Chili war dabei auch nicht das Hauptlebensmittel sondern ein AddOn zu Bohnen und ähnlichem, für das nur die Fleischstücke zur Verfügung standen, die sowohl transportierbar als auch billig waren. Aber jetzt wirklich genug geredet, kommen wir zum eigentlichen Rezept:

Zutaten und Zubereitung

  • 2 kg Tafelspitz
  • 2 große Gemüsezwiebel
  • 4 rote Paprika
  • 2 Knoblauchzehen
  • 4 Peperoni
  • Liquid Smoke
  • 100 Gramm Paprikamark
  • 100 Gramm Tomatenmark
  • 800 Gramm Dose Tomaten gestückelt
  • 200 ml Bier

Gewürze nach Belieben können beispielsweise sein:

  • Rinderbrühe
  • Paprikapulver
  • Majoran
  • gemahlener Kümmel
  • Chilipulver

Das Fleisch muss, bevor es im Ganzen in den Cook4Me gegeben wird, unbedingt entfettet werden. Damit ist gemeint, dass dicke Fettstücke und -schichten vom Tafelspitz weggeschnitten werden müssen. Das Fleisch darf aber letztendlich nicht komplett fettfrei sein, denn bekanntlich ist Fett in Maßen ja auch ein Geschmacksträger 😉 .

Die Zwiebel, der Paprika und die Peperoni müssen in mundgerechte Stücke geschnitten und zusammen mit allen anderen Zutaten in den Cook4Me gegeben werden. Die Kochzeit beträgt ca. 3 Stunden auf der “Garen unter Druck” Stufe. Danach zerfällt das Fleisch quasi beim Anschauen und kann auf einem Brettchen zerkleinert werden. Zusammen mit den übrigen Zutaten muss das Ganze in einen normalen Topf umgefüllt und warmgehalten werden, da im Anschluss im Cook4Me noch die Bohnen gekocht werden.

Fleischeslust

Hierfür sind jeweils eine Kaffeetasse schwarze und weiße Bohnen mit der 4-fachen Menge an Wasser und ein wenig Gemüsebrühe für 30 Minuten unter Druck zu garen. Letztendlich haben wir alles zusammen vermengt und es uns schmecken lassen 🙂 .

Chili con Carne

Der Artikel spiegelt meine persönliche Meinung wider und ist nicht von der Firma Krups gesponsert.