Elternzeit Europarundreise | Urlaub in Spanien

Faszinierende Bergwelten und entspannte Stunden an der Costa Daurada

23. Oktober 2021

Etappen 18 bis 20 – Nach unsere Wanderung zum Lac d’Oô hat uns unsere Rundreise in Richtung spanischer Grenze geführt, denn wir wollen in den nächsten Tagen ans Meer und haben hierfür in etwa den Küstenabschnitt mit dem Namen Costa Daurada auf der Höhe von Barcelona angepeilt. Insgesamt haben wir zwar noch ein paar Wochen Elternzeit-Auszeit, aber ihr wisst ja selbst wie schnell die Zeit vergeht und wir wollen vermeiden am Ende noch ein paar hundert Kilometer am Stück heimfahren zu müssen. Zudem haben wir überlegt, noch einen kleine Abstecher nach Andorra zu unternehmen und unsere Kaffeevorräte aufzufüllen.

Alles in allem haben wir aber unsere nächsten Etappenziele auch ein wenig vom Wetter abhängig gemacht und wie ihr sehen könnt, war das nicht der Hit. Der Nebel hing tief in den Bergen und es hat teilweise so stark gehagelt, dass sich im Straßengraben weiße Häufchen gebildet haben. Also war an diesem Vormittag nicht ans Wandern oder an sonstige Outdoor-Aktivitäten zu denken.

Unterwegs auf der Eje Pirenaico

Als Route für die Weiterfahrt nach der spanischen Grenze habe ich mir die N-260, Spaniens nördlichste Ost-West-Nationalstraße, ausgesucht. Ich bin durch ein paar Artikel auf Motorad-Reiseseiten auf die Straße mit dem wohlklingenden Namen „Eje Pirenaico“ aufmerksam geworden und war von der sagenhaften Landschaft entlang der Strecke total begeistert. Und wir wurden trotz dem Wetter nicht enttäuscht, denn die Straße verläuft durch Schluchten, über Gebirgszüge, vorbei an Bergseen und bizarren Felsformationen und ich würde sagen, dass der Streckenverlauf stark an eine Fahrt durch die Nationalparks im Süden der USA erinnert.

Kurz gesagt, wir waren begeistert und haben ein wenig in unseren amerikanischen Reiseerinnerungen geschwelgt. Ohne Frage steht für uns fest, dass wir unbedingt in dieser Gegend mal wieder Urlaub machen müssen. Jetzt ist uns übrigens auch klar geworden, warum im Süden der USA sprich in Texas und New Mexico so viele spanische Auswanderer ihr neues Glück gesucht haben – hier am Fuße der Pyrenäen und der angrenzenden Hochebene, dazu aber später mehr, ähnelt die Landschaft stark der im Süden der USA.

Demnach haben wir auch schon am Spätnachmittag den Campingplatz Càmping l’Orri del Pallars angefahren, ein wenig im Wohnmobil rumgeräumt (was soll man ansonsten auch bei Regen groß tun) und an der campingplatzeigenen Bar einen wunderbaren Kaffee und ein Bierchen getrunken. Die Betreiberin des Platzes war super nett und wir sind ein wenig ins Gespräch gekommen und sie meinte, dass sie hier regelmäßig Urlauber aus Deutschland zum Kajakfahren zu Besuch hat. Zudem hat sie sich wirklich gefreut, dass es uns in „ihrer“ Gegend so gut gefällt.

Wunderbare Aussichten, Shopping und Tumbleweed

Am nächsten Morgen hat es zum Glück zum Regnen aufgehört und wir sind die wunderbare N-260 weiter in Richtung Osten gefahren. Wie bereits erwähnt, hatten wir ja Andorra als festes Etappenziel eingeplant. Vor ein paar Jahren waren wir bereits zum Wandern und Einkaufen in Andorra und sind damals vom Vall d’Incles hinauf zum Estanys de Juclar, einem wunderbaren Bergsee, gelaufen: Auch der Landeshauptstadt Andorra la Vella hatten wir damals einen kurzen Besuch abgestattet.

Da sich im Zwergstaat Andorra die Höhe der Mehrwertsteuer auf nur 4 % beläuft und diverse andere Steuern erst gar nicht erhoben werden, sind vor allem – im europäischen Vergleich gesehen – das Benzin, alkoholische Getränke und Parfüms besonders preiswert. Zudem ist auch hier der Euro offizielles Zahlungsmittel. Dieses Mal sind wir aber nur bis kurz hinter die Grenze in das Einkaufszentrum „River Centre Comercial“ und dann zurück, sprich weiter Richtung Lleida / Barcelona gefahren. Ich möchte hier noch anmerken, dass alle Wohnmobile bei der Ausreise aus Andorra vom heimischen Zoll kontrolliert wurden und der Zöllner es bei uns nur ein paar Sekunden im Inneren ausgehalten hat: Henry hat ihn als „Eindringling“ identifiziert und entsprechend laut seinen Unmut kund getan 😉 .

Wanderung im Vall d’Incles

Die folgende Etappe war landschaftlich von einer öden Hochebene geprägt, die sich an die Ausläufern der Pyrenäen nahtlos angeschlossen hat. Bei der sehr langweiligen Fahrt hat wirklich nur noch das Tumbleweed, welches am Horizont über die leeren Straßen rollt, gefehlt.

Sonne – Strand – Cambrils 

Daher haben wir auch erst am Meer wieder einen Zwischenstopp eingelegt und uns dort für zwei Nächte auf einem Campingplatz in Cambrils einquartiert. Ich war ja ein wenig erschrocken, wir hatten ja keine Reservierung und der Campingplatz war unter der Woche bis auf zwei freie Parzellen komplett ausgebucht. In Spanien war nämlich Feiertag – was wir aber erst später erfahren haben – und was auch erklärt warum der Campingplatz über den Brückentag so gut besucht war.

Entspannte Stunden auf dem Campingplatz Joan

Der Campingplatz Joan hat einen direkten Zugang zum Strand und dort ist auch unser kleiner Henry vom ängstlichen Strandkrebs zur wilden Krabbe mutiert und seiner Mama „todesmutig“ in die Fluten gefolgt. Wenn ich mich zurückerinnere, wie Henry vor ein paar Wochen in der Bretagne noch Angst vor dem lauten Geräusch der Wellen hatte und wie er jetzt am Strand herumsaust, ist das eine unglaubliche Entwicklung und ich bin wahnsinnig stolz auf unseren kleinen Mann. Ich selbst bin ja voller Strand und Meer und wenn Henry nach mir kommt, muss er so früh wie möglich schwimmen lernen.

Neben entspannten Stunden am Strand haben wir auch eine kleine Radtour in den Nachbarort Salou auf den Markt unternommen. Wir lieben ja beide die südeuropäischen Wochenmärkte, weil es dort vom Suppentopf über Klamotten bis hin zu leckerem Käse, Obst und Gemüse einfach alles zu kaufen gibt und auch die Atmosphäre einfach wunderbar ist. Von der Markthalle in Salou waren wir hingegen ein wenig enttäuscht. Das Angebot war sehr dürftig und viele der Händler hatten schon ihren Stand geschlossen. Ich denke, dass das Angebot auch abhängig von der Saison ist und wir waren ja bereits in der Nachsaison unterwegs.

Alles in allem hat es mir hier südlich von Barcelona sehr gut gefallen, ich möchte aber an der Costa Daurada nicht in der direkten Hauptsaison meinen Urlaub verbringen. Da wäre mir einfach zu viel los und wenn ich mir vorstelle, dass alle Hotels, die sich wie Perlen einer Kette am Strand entlang reihen voll belegt sind, graut es mir schon bei dem Gedanken.

Radtour an der Küste bei Cambrils

Am dritten Tag haben wir quasi unsere Zelte abgebrochen und sind weiter Richtung französische Grenze gefahren. Unsere Überlegung einen Stopp im Naturschutzgebiet bei Cadaqués an der Costa Brava einzulegen haben wir wieder verworfen, weil dort bereits die wenigen Camping- und Übernachtungsplätze geschlossen hatten. Wir hatten das Städtchen mit seinen wunderbaren weißen Häusern schon einmal vor ein paar Jahren auf einem Tagesausflug von unserem Ferienhaus in Frankreich aus besucht und waren von der Landschaft am Cap de Creus total begeistert.

Blick auf Cadaqués

Letztendlich haben wir nur einen kurzen Zwischenstopp im Einkaufszentrum in La Jonquera eingelegt und sind von dort aus weiter nach Port-Vendres (Frankreich) gefahren. In La Jonquera kann man übrigens super lecker und preiswert Fleisch- und Wurstwaren einkaufen. Zudem gibt es im Outlet viele spanische Kleidungs- und Schuhmarken zu stark reduzierten Preisen.

Das sich um La Jonquera herum auch ein bekannter Straßenstrich befindet, möchte ich an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen. Hier wäre also der denkbar am schlechtesten geeignetste Ort um mit dem Wohnmobil auf einem (Wander-)Parkplatz zu übernachten außer man möchte, dass des Abends ungewollter Besuch an der Tür klopft 😉 .