St├Ądteurlaub | Unterwegs in Mittel- und Norddeutschland

Dresden (Teil 1)

23. Januar 2016

Traditionellerweise fahre wir nach Silvester immer weg und dieses Jahr ging es also in den Osten der Republik, genauer gesagt in das sch├Âne Dresden ­čÖé . Ich war bereits als Jugendliche dort, das ist aber ├╝ber 13 Jahre her und ich erinnere mich, dass wir damals nicht viel Zeit f├╝r Museumsbesuche hatten und die Frauenkirche noch in Schutt und Asche lag.

Unterwegs in der Altstadt und an der Elbe

Galerien und Museen

In Dresden gibt es meiner Ansicht nach vier Sehensw├╝rdigkeiten die man sich auf jeden Fall ansehen sollte: das “Historische Gr├╝ne Gew├Âlbe” im Residenzschloss, die Galerie der Alten Meister im Zwinger, die Frauenkirche und die DDR-Gedenkst├Ątte in der Bautzner Stra├če.

Nat├╝rlich gibt es noch ein Dutzend weitere Museen und Galerien. Aber wie es immer so ist – man kann nicht ├╝berall seine Nase reinstecken und manche Dinge interessieren einen auch schlich und einfach nicht.

Blick auf die winterliche Elbe

Die Touristeninformation befindet sich nahe der Frauenkirche am Neumarkt in der Altstadt. Wir haben uns dort die Dresdner Museums Karte f├╝r 22 Euro pro Person geholt. Diese gilt zwei Tage und man hat “freien” Eintritt in 14 Museen der Stadt und keine Wartezeit im Museum.

Ich finde das sich solche Angebote immer dann lohnen, wenn man l├Ąnger als einen Tag in einer Stadt ist. Zudem geht man doch auch in manche Museen, die man so nicht besucht h├Ątte – schlie├člich sind sie ja im Preis mit inbegriffen ­čśë . So habe ich schon manches Interessante erfahren, auch wenn ich ansonsten “nur” einmal durch das Museum geschlendert bin.

Historisches Dresden

Dresden ist heute Landeshauptstadt des Freistaates Sachsen und international in den letzten Jahren sicherlich durch zwei “Bauvorhaben” bekannt geworden: den Wiederaufbau der Frauenkirche in der Altstadt und den Streit um den Bau der Waldschl├Â├čchenbr├╝cke. Die Wurzeln des historischen Dresdens reichen bis ins Jahr 1206. Schlendert man heute durch die Altstadt, kann man sich sehr gut vorstellen das Dresden als Residenzstadt der s├Ąchsischen Kurf├╝rsten und K├Ânige schon immer eine sehr reiche Stadt war. Noch heute kann man im in der Schatzkammer der F├╝rsten im Residenzschloss die Kostbarkeiten, die von einer glanzvollen Geschichte zeugen, bewundern.

Weihnachtsbaum in der Innenstadt

Die Frauenkirche, sowie gro├če Teile der Altstadt, wurden im zweiten Weltkrieg durch eine Feuersbrunst und die Bomben komplett zerst├Ârt. Der Wiederaufbau hatte letztendlich Jahrzehnte gedauert und das wohl auch, weil das Thema nicht gerad im Fokus der DDR-Politik stand und eh kein Geld vorhanden war ­čśë .

Dresdner Frauenkirche

Jetzt erstrahlt die Frauenkirche jedoch in neuem Glanz ­čÖé . Der Weihegottesdienst fand im Oktober 2005 statt und war sicherlich ein w├╝rdiger Rahmen f├╝r die 21-j├Ąhrig w├Ąhrenden Wiederaufbauarbeiten. Ihr fragt euch sicherlich warum die DDR-Regierung die Kirche nicht schon fr├╝her aufgebaut hat: die Ruine sollte als Mahnmal gegen den Krieg stehen und die ganze Geschichte wurde nat├╝rlich auch politisch, als Zeichen gegen den Faschismus, instrumentalisiert.

Die Frauenkirche wurde urspr├╝nglich 1743 fertiggestellt und als Schwester der “Santa Maria della Salute” in Venedig konzipiert. So besitzt sie die gr├Â├čte steinern Kirchenkuppel n├Ârdlich der Alpen mit einem Durchmesser von megam├Ą├čigen 26 Metern.

Der barocke Innenraumes ist in Pastell gehalten und ich finde den Gem├Ąlden in der Kuppel sowie dem Altar sieht man gar nicht an, dass sie erst 20 Jahre alt sind ­čśë . Hut ab vor den Restauratoren, Malern und Bildhauern die – wie ich finde – hier einzigartige Arbeit geleistet haben. Der Wiederaufbau der Kirche hat summa summarum unglaubliche 180 Millionen Euro verschlungen.

Entlang dem F├╝rstenzug zum Residenzschloss

Auf dem Weg zum Residenzschloss kommt man am F├╝rstenzug vorbei. Das mit 102 Metern L├Ąnge gr├Â├čte Porzellanbild der Welt stellt die Ahnengalerie des F├╝rstenhauses Wettin dar. Hier kann man sich die zwischen 1127 und 1904 in Sachsen herrschenden 35 Markgrafen, Herz├Âge, Kurf├╝rsten und K├Ânige nochmals quasi in Farbe anschauen.

Dresden
Vor dem F├╝rstenzug

Der F├╝rstenzug wurde bei den Luftangriffen auf Dresden nicht, oder nur sehr gering in Mitleidenschaft gezogen. Nur 212 der 23.000 Flie├čen wurden besch├Ądigt. Das Residenzschloss wurde im 15. Jahrhundert von Markgraf Wilhelm dem Ein├Ąugigen erbaut und in den folgenden Jahrhunderten immer wieder erweitert sowie aus- und umgebaut. Ein Heiliger soll dem guten Marktgrafen das linke Auge ausgestochen haben, was ihm letztendlich die “nette” Namenserweiterung eingebracht hat.

Dresden
Blick auf das Residenzschloss

Heute befinden sich im Schloss Teile der Staatlichen Kunstsammlung Dresden, n├Ąmlich das

  • historische Gr├╝ne Gew├Âlbe
  • neue Gr├╝ne Gew├Âlbe
  • Kupferstich-Kabinett
  • M├╝nzkabinett

sowie die

  • R├╝stkammer und T├╝rkische Kammer.
Kostbarkeiten im Residenzschloss

F├╝r das “Historische Gr├╝ne Gew├Âlbe” m├╝ssen nochmals extra 12 Euro pro Person abgedr├╝ckt werden – das Museum ist somit nicht in der Museumskarte beinhaltet. Ich finde jedoch das man das Geld ausgeben und sich die Sammlung anschauen sollte, der Audioguide ist hier im Preis mit inbegriffen. ├ťber den Innenhof des Schlosses spannt sich eine moderne Kuppel-Konstruktion aus Glas. Ich liebe solch gelungenes Zusammenspielt zwischen Altem und Neuem ­čÖé .

Besuch des Residenzschlosses

Im “Historischen Gr├╝nen Gew├Âlbe”, das seinen Name durch die gr├╝ne Wandfarbe in den R├Ąumlichkeiten erhalten hat, werden ├╝ber 3000 Exponate ausgestellt. Dazu geh├Âren in verschieden Themenzimmern arrangierte Statuen und Pokale aus Bronze und Elfenbein sowie diamantbesetzte Schmuckst├╝cke der Wettiner F├╝rsten.

Mein zweiter Favorit, neben dem o.g. “Historischen Gr├╝nen Gew├Âlbe” ist die farbenfrohe T├╝rckische Cammer mit ihrer Sammlung von Zelten, Kleidungsst├╝cken und R├╝stzeug aus dem osmanischen Reich. Leider d├╝rfen im Museum keine Fotos gemacht werden und somit m├╝sst ihr euch die Sache wohl selber anschauen ­čśë . In den weiteren Teilen meines Reiseberichtes m├Âchte ich euch von unserem Besuch des Zwingers und der DDR-Gedenkst├Ątte Bautzner Stra├če berichten.