Unterwegs in Süddeutschland

Mit dem Womo am Königsee

27. Juli 2021

Im dritten und somit letzten Beitrag über unseren diesjährigen Pfingsturlaub nehme ich euch, wie bereits angekündigt, mit nach Berchtesgaden an den schönen Königsee. Ihr werden es ja nicht glauben, aber ich hatte auf der Fahrt und jetzt auch wieder beim Schreiben des Beitrages einen echten Ohrwurm, den ich nur schwer wieder aus meinem Kopf herausbekommen habe 🙂 :

Hoch in den Bergen überm Königssee. Da haust die Maid und hütet Vieh im frischen Klee. Hoch auf den sonnigen Matten …

Jodelodidie, Holladie, holladie, holladie, holladie, die Sennerin vom Königssee … sie tanzt wie eine wilde Fee …

Kiz – Die Sennerin vom Königseee

Wir waren im Vorfeld echt gespannt, wie es wohl an DEM touristischen Hotspot (mal abgesehen von Hitlers ollem Teehaus, dem Kehlsteinhaus) in Berchtesgaden so zugehen mag und waren angenehm überrascht. Durch die Pandemie waren doch weniger Massentouristen aus Fernost vor Ort. Trotzdem war einiges los, aber wohlgemerkt alles in Maßen. Natürlich fehlt mir jetzt der Vergleich zu vor der Pandemie, aber ich weiß ja wie es z.B. am Schloss Neuschwanstein zugeht. Ich würde das Schloss ja gerne mal wieder besuchen, aber nur ohne die vielen Touristen vor Ort 😉 .

An den Anlegestellen in Schönau am Königssee

Hier in Berchtesgaden haben wir natürlich die Fahrräder auf dem Wohnmobil gelassen, aber auch feststellen müssen, das man mit Baby, aber ohne Kraxe nicht allzu weit kommt. Quasi sind selbst die einfachsten Wanderwege (Gelb) – hier wird mit der offiziellen farblichen Schwierigkeitsklassifizierung vom DAV gearbeitet – nicht mit einem Kinderwagen bewanderbar. Dazu aber später mehr.

Wunderbare Zeit in Schönau

Wir haben uns auf dem Campingplatz Mühlleiten in Schönau am Königssee einquartiert, wobei ich hier kein Risiko eingehen wollte und im Vorfeld telefonisch reserviert habe. In Schönau, also flußläufig zum Königssee, gibt es nämlich nur zwei Campingplätze und da ich auf keinem von beiden bisher war, habe ich mich für den Kleineren, sprich Camping Mühlleiten entschieden. Dabei hatten wir ein wenig Pech, wenn man das so sagen kann, denn der Besitzer hat die ansonsten reine Rasenstellplätze aufgrund von Regenfällen mit Split aufgefüllt, was uns mit Henry natürlich nicht so recht war. Aber gut, wir haben es erst vor Ort gesehen und hätten ohne die Reservierung am Morgen am Nachmittag bei der Ankunft keinen Platz mehr bekommen. So haben wir halt versucht Henry vor dem übermäßigen Verzehr von Steinen abzuhalten 😉 .

Auf dem Campingplatz Mühlleiten

In Schönau, ebenfalls fußläufig zum See, gibt es noch einen normalen Parkplatz auf dem man mit dem Wohnmobil oder dem Gespann bis zu zwei Tagen stehen kann. Der Stellplatz kam aber wegen dem Verkehr und Henry, wie auch schon in Bad Abbach an der Therme, von vornherein nicht in Fragen. Mit der Wahl des Platzes waren wir aber sehr zufrieden, waren doch die Sanitäranlagen sehr sauber und der Platz trotz der Lage an der Straße nach Schönau sehr ruhig.

Zu Fuß sind wir von unserem Campingplatz rund 30 Minuten gemütlich zum Seeufer gelaufen. Wir haben meist wegen dem Kinderwagen den Weg entlang der Straße und nicht entlang der Königsseer Ache genommen. Diese fließt am Campingplatz vorbei und der Spazierweg ist landschaftlich natürlich etwas schöner und auch ruhiger. Leider ging es nämlich, um überhaupt zum Fußweg am Fluss zu kommen, steil den Berg auf einem Trampelpfad hinunter und das war uns mit Henry in seinem Wägele einfach zu stressig.

Entlang der Königsseer Ache nach Schönau

An der Ache entlang kann man übrigens auch barrierefrei bis nach Berchtesgaden spazieren, was rund fünf Kilometer einfache Wegstrecke sind. Der Spazierwanderweg ist zudem auch ein Teil des Premiumwanderwegs Salzalpensteig, der vom Chiemsee am Königssee vorbei bis zum Hallstätter See führt.

Wir haben als Gäste des Campingplatzes aber auch eine Gästekarte bekommen, mit der man kostenlos mit den Bussen fahren konnte und so ist Henry am schönen Königssee auch das erste Mal in seinem Leben mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren.

Bootsfahrt auf dem Königssee

Natürlich haben wir am Königssee auch eine Bootsfahrt zur weltbekannten Wallfahrtskirche St. Bartholomä mit ihren markanten Zwiebeltürmchen unternommen, ist das doch der Hauptgrund hierher zu fahren 😉 . Wusstet ihr, dass der Königssee der tiefste See in Bayerns ist und an manchen Stellen knapp 200 Meter Wasser unter dem Rumpf des Elektro-Fahrgastbootes liegen? Der Königssee darf übrigens nur mit Booten mit Elektromotor oder halt mit Muskelkraft befahren werden. Die wunderbar restaurierten Holzboote befördern übrigen schon seit dem Jahr 1909 Touristen und werden heute noch in der Werft in Schönau gewartet und für ihnen Einsatz am nächsten Tag geladen.

Die Wallfahrtskirche St. Bartholomä ist auch der erste Stopp auf der Fahrroute und liegt zusammen mit dem ehemaligen Jagdschloss der bayerischen Könige am Fuße der imposanten Ostwand des Watzmann Massives. Gerade das der Königsee blau schimmernd zwischen den steil aufragenden Felswänden liegt macht wohl seinen Reiz aus, dem auch wir uns nicht entziehen konnten.

Bootsfahrt auf dem Königssee

Natürlich darf am Königssee der Wiederhall des Trompetenechos nicht fehlen und unser Kapitän hat kurz vor dem Anleger an St. Bartholomä sein Flügelhorn aus dem Kasten geholt und ein munteres Liedlein gespielt. Wir haben als Neueltern in diesem Moment ein wenig gebangt, als es hieß, man solle doch ruhig sein damit alle das Echo besser hören könnten. Aber Henry wusste (wie so oft) wenn es „um die Wurst“ geht und hat fasziniert dem Trompetenspiel zugehört. Danach war er aber so geflasht und hat, was das ganze Boot zum Lachen gebracht hat, anfangen zu weinen. Der Trompeter hat mit gespieltem Schmollmund gemeint, er müsst wohl noch üben wenn sein Spiel so falsch gewesen sei. Für uns war die ganze Situation neu, war doch Henry als einziges Baby an Bord ungewollt der Mittelpunkt. Aber ich denke daran werden wir uns noch gewöhnen 😉 . Henry hat es auf dem Boot übrigens wie schon ein paar Tage zuvor am Donaudurchbruch sehr gut gefallen und er ist auf der Rückfahrt nach Schönau durch die vielen tollen, neuen Eindrücke auch im Wägele selig eingeschlafen.

An der Wallfahrtskirche haben wir lecker im Biergarten gesessen und gegessen. Ich hatte im Vorfeld schon geschaut ob hier auch ein Kaiserschmarrn auf der Karte steht und wurde nicht enttäuscht 🙂 . Alles in allem sind die Preise und auch die Qualität der Speisen angemessen, aber es ist einfach ein Massentourismus der hier „durchgeschleust“ wird, darüber muss man sich einfach im Klaren sein.

Wir sind vom der Wallfahrtskirche weiter an die Endstation Salet gefahren und haben dort einen kurzen Spaziergang zum Obersee unternommen. Hier wollten wir eigentlich den See entlang bis zur Fischunkelalm wandern, was sich aber aufgrund Wurzeln und großen Steinen auf dem Wanderweg mit dem Kinderwagen als sehr anstrengend und nervig erwiesen hat. Wir haben dann nach einem Drittel der Strecke umgedreht und sind zur Mooskaser Saletalm zurück spaziert. Dort gab es noch ein zünftiges Vesper bevor es dann wieder an Bord und zurück nach Schönau ging.

Blick über den Obersee auf die Fischunkelalm

Wir waren im Rahmen unseres Pfingsturlaubs leider nur kurz am Königssee, sind uns aber sicher, dass wir auf jeden Fall wieder hier her nach Berchtesgaden fahren wollen und wir dann unbedingt die Kraxe mitnehmen müssen um „ordentlich“ wandern zu können, zumal wir auch beim kurzen Spaziergang zum Malerwinkel hinauf unsere Mühe und Not mit dem Kinderwagen gehabt haben. Letztendlich sollen ja alle in der Familien Spaß und Freude beim gemeinsamen Wanderausflug haben 🙂 .


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