Unsere erste Reise nach Slowenien hat uns sofort verzaubert und gezeigt, dass dieses kleine Land am Mittelmeer zu den verborgenen Reiseschätzen Europas voller beeindruckender Landschaften gehört. Besonders der Bleder See hat uns verzaubert, doch auch abseits der bekannten Postkartenmotive gab es so viel zu entdecken. In diesem Beitrag möchte ich euch mitnehmen zu den Orten, die wir wirklich besucht haben, und euch zeigen, was Slowenien für uns so besonders macht. Und wer weiß, vielleicht wächst dieser Beitrag mit unserer nächsten Reise einfach weiter 😉 .


Wie fleißige Leser wissen, bin ich meist mit meiner Familie im Wohnmobil unterwegs, und dabei ist natürlich auf den schmalen Serpentinenstraßen durch die Berge, von denen es viele in Slowenien gibt, etwas mehr Aufmerksamkeit und Achtsamkeit gefordert. Die Autobahnen sind übrigens, wie auch in den benachbarten Ländern, kostenpflichtig. Ihr könnt euch hier aber einfach eine E-Vignette kaufen, auch wenn diese als Wochenvignette mit 16 Euro (für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen) nicht ganz billig ist. Zudem ist der Karawankentunnel, von Österreich her kommend, zusätzlich zur regulären Autobahnmaut gebührenpflichtig. Im folgenden möchte ich euch ein paar Sehenswürdigkeiten, sowie Camping- bzw. Stellplätze in diesem kleinen, ach so wunderbaren Land vorstellen.
Unterwegs in der Stadt der Drachen
Ljubljana ist nicht nur die Hauptstadt, sondern auch die größte Stadt des Landes und versprüht einen nostalgischen und sehr sympathischen K&K-Charme. Das kleine Flüsschen Ljubljanica schlängelt sich durch die historische Innenstadt mit ihren pastellfarbenen Häusern, teils herrschaftlichen Jugendstilfassaden und kopfsteingepflasterten Straßen.


Auf dem Zentralmarkt, unweit der bekannten Drachenbrücke, ist schon am frühen Morgen einiges los. Touristen wie ich bummeln vor allem entlang der Kunsthandwerkerstände, während die Einheimischen Obst und Gemüse kaufen und sich zu einem Schwatz und zum Kaffeetrinken treffen. Ich genieße die ungezwungene Atmosphäre auf den Märkten im In- und Ausland immer sehr und finde, vor allem die üppige Blütenpracht an den Blumenständen immer eine Augenweite.


Die Drachenbrücke ist zwar nur eine von vielen Brücken über das Flüsschen Ljubljanica, doch durch ihre markanten Drachenfiguren an den Portalen ist sie längst zum Wahrzeichen der Stadt geworden. Die geflügelten Wächter tauchen übrigens auch im Stadtwappen wieder auf. Die Brücke ersetzte einst die hölzerne Fleischerbrücke von 1819, denn die Stadtgemeinde entschied sich damals für eine moderne Stahlbetonkonstruktion, die im Vergleich zu den üblichen Steinbrücken kostengünstiger war. Anfang des 20. Jahrhunderts entstand so die erste und zugleich größte Brücke dieser Art in Europa.




Hoch über der Stadt thront die mittelalterliche Burg, welche per Standseilbahn oder auch per Flussmarsch erreicht werden kann. Über den Dächern der Stadt ist ein Geschichts- und ein Puppentheatermuseum untergebracht. Wir hatten uns auch aufgrund der Tatsache, dass bei einem knapp Dreijährigen die Aufmerksamkeitsspanne nicht ganz so groß ist und die Wartschlange vor der Seilbahn sehr lange war, gegen einen Besuch entschlossen und dafür eine Wanderung zur Burg Bled unternommen. Dazu aber später mehr.
Seid ihr wie wir mit dem Wohnmobil unterwegs könnt ihr auf dem Camper Stop Ljubljana im Süden der Stadt übernachten. Der saubere und sichere Stellplatz verfügt über Ver- und Entsorgung, sowie Toiletten und hat eine sehr gute Busanbindung in die historische Altstadt.
Wunderbarer Triglav Nationalpark
Der Triglav Nationalpark liegt im Gebiet des höchsten Gebirgszuges Sloweniens nämlich der Julischen Alpen und zählt zu den ältesten europäischen Parks. Namensgebend ist der Triglav, der mit 2864 Metern höchste Gipfel Sloweniens. Das Besucherzentrum befindet sich in dem kleinen Örtchen Trenta an der Landstraße 206 auf dem Weg von oder nach Kranjska Gora, einem Ferienort in dem die Infrastruktur keine Wünsche offen lässt.
Zuvor muss jedoch noch der Vršič Pass überquert werden. Die Strecke ist für Wohnmobile anspruchsvoll, aber die atemberaubende Kulisse aus majestätischen Bergen, kristallklaren Seen und üppigen Wäldern entlang der Straße macht das wieder wett. Wenn ihr in diesem Gebiet wandern möchtet, solltet ihr früh aufstehen, da die Anzahl der Parkplätze begrenzt ist. Wir haben auf dem Kamp Soča im idyllischen Isonzo Tal ein Plätzchen für unser Wohnmobil gefunden.



Die Möglichkeit, ein Lagerfeuer zu machen, sowie ein toller Kinderspielplatz und Wanderwege direkt am Campingplatz waren für uns ausschlaggebend, hier zu übernachten. Ansonsten mangelt es in den Flusstälern nicht an Übernachtungsmöglichkeiten für Zelter und Wohnmobilisten. In der Feriensaison solltet ihr jedoch unbedingt reservieren, da auch die Slowenen gerne im eigenen Land Campingurlaub machen.
Die Wanderung entlang des smaragdgrünen Flusses Isonzo mit seinem kristallklaren Wasser ist gerade im Sommer bzw. Frühherbst besonders reizvoll. Die lebendige Farbe des Flusses und die umgebende Natur bieten ein atemberaubendes Wanderpanorama. Entlang des Ufer gibt es zahlreiche Pfade, Badestellen und Aussichtspunkte.
Wir sind übrigens von Italien her kommen über den Ort Bovec in das Tal gefahren und haben auf dem Weg an der ehemaligen Grenzfestung, dem Fort Kluže einen Halt eingelegt. Die sehr sehenswerte und gut erhaltene Festung aus dem 1. Weltkrieg wurde in strategisch wichtiger Position erbaut und ist eine von vielen Verteidigungsanlagen hier in der Gegend um Bovec. Eine Dauerausstellung informiert hier über die damaligen Geschehnisse.




Spannender ist nicht nur für Kinder die halbstündige Wanderung zum ehemaligen Kärntner Fort Herrmann oberhalb des Forts Klužes. Diese verläuft durch alte Tunnel die während der österreichisch-ungarischen Monarchie Ende des 19. Jahrhunderts erbaut wurden. Heute kann von der Anlage nur noch die Ruine besichtigt werden.
Bezaubernder Bleder See
Wie bereits erwähnt war der Aufenthalt am Bleder See war für mich das absolute Highlight schlechthin, aber ich möchte jetzt nicht behaupten, dass man nicht in Slowenien war, wenn man den See nicht besucht hat. Die malerische Schönheit des türkisfarbenen Sees, umgeben von den majestätischen Alpen, verleiht der Gegend eine unvergleichliche Urlaubsatmosphäre der ich mich auch nicht entziehen konnte und wollte.
Der See ist bei schönem Wetter ein Postkartenmotiv par excellence und strahlt eine Idylle aus, die fast schon unheimlich ist. Wir waren jedenfalls ganz begeistert und haben natürlich zuerst eine Fahrt zur kleinen Insel Bled unternommen. Diese ist übrigens die einzige Insel Sloweniens und ausschließlich mit dem traditionellen Ruderboot Pletna oder dem Bleder Plättenboot erreichbar. Die Fahrt mit letzterem erinnert ein wenig an eine Gondelfahrt in Venedig und bietet mit dem fantastischen Blick auf die Bleder Burg und die Kirche Mariä Himmelfahrt, die sich auf der kleinen Insel erhebt, eine unbeschreiblich schöne Szenerie.
Auf der Insel gibt es neben dem Kirchlein ein Restaurant mit einem Außenbereich, wo auch Eis verkauft wird, sowie die Möglichkeit, eine Wunschglocke gegen einen geringen Obolus zu läuten. Während unserer Radtour um den See am nächsten Tag haben wir immer wieder dem Läuten der Glocke gelauscht, deren Klang sich so schön über den See verbreitet hat. Für meinen Sohn war das Eis natürlich besonders verlockend, und angesichts der bevorstehenden und recht eng getakteten Rückfahrt haben wir es auf den Stufen zum Bootsanleger hinunter gemütlich gemacht und unser Gelato genossen.
Burgpanorama
Die imposante Felsenburg von Bled ist vom Seeufer aus in einer kurzen, aber lohnenden Wanderung zu erreichen. Der recht steile Serpentinenpfad beginnt am Strandbad auf der Nordseite des Sees und schlängelt sich durch den Wald hinauf zur Burg. Alternativ kann man direkt oben parken – für uns kam das allerdings nicht infrage, da wir unser Wohnmobil für drei Nächte auf dem schattigen, bestens ausgestatteten Camping Bled am Westufer abgestellt hatten.


Die Geschichte der Burg reicht bis ins Jahr 1004 zurück, als Kaiser Heinrich II. das Gut dem Brixner Bischof Albuin schenkte. Aus dem einst romanischen Turm entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte eine wehrhafte Anlage mit Türmen, Mauern und Zugbrücke. Erdbeben beschädigten die Burg mehrfach, doch sie wurde immer wieder aufgebaut. Charakteristisch ist bis heute ihre Doppelstruktur aus innerem Kern und äußerem Bereich.

Heute lässt sich in der Burg ein sehr schönes Heimatmuseum entdecken, und im Restaurant kann man wunderbar einkehren. Dazu kommt der fantastische Blick über den See und die umliegenden Berge – ein Anblick, der einfach nur begeistert. Schon allein dafür lohnt sich meiner Ansicht nach der Aufstieg und der Eintritt in die Burg.
Virtuelle Kaffeekasse
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