Städteurlaub

Vorweihnachtliches Straßburg

21. Dezember 2014

Zur Einstimmung auf die Weihnachtszeit hatten wir im Rahmen des Französischunterrichts am letzten Novemberwochenende einen kleinen Ausflug nach Straßburg unternommen. Der Ausflug war bereits seit ein paar Monaten geplant und unsere Kursleiterin hat sich mächtig ins Zeug gelegt und den kompletten Tag mit Mittagessen, Bootsfahrt und Museumsbesuch perfekt organisiert 🙂 . Am Samstag Morgen hatten wir uns auf dem Ulmer Bahnhof getroffen und sind gemeinsam mit dem TGV nach Straßburg gefahren. Hin- und Rückfahrt hatten, dank einem guten Gruppentarif der Bahn, 89 Euro pro Person inkl. Sitzplatzreservierung gekostet.

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Straßburg

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Straßburg 48.573405, 7.752111 Strasbourg, France (Routenplaner)

 

Straßburg liegt am Rhein direkt an der Deutsch-Französischen Grenze und ist die Hauptstadt der Region Elsass. Straßburg wird auch oft als “Hauptstadt Europas” bezeichnet, da in ihr zahlreicher europäischer Einrichtungen (wie der Europarat und das Europaparlament) ihren Sitz haben. Endlich angekommen haben wir uns vom Bahnhof aus Richtung dem vereinbarten Treffpunkt, dem Musée Alsacien, aufgemacht.

Ich war ja bereits ein paar Mal in Straßburg und liebe die Stadt einfach. Ich denke es wird nicht mein letzter Besuch gewesen sein 😉 …. Der Flair der Stadt mit den vielen individuellen Lädelchen und den schönen Fachwerkhäuser in La Petit France, dem Altstadtviertel, ist einfach unübertroffen. Leider war unsere Zeit begrenzt und wir wollen ja a) einiges besichtigen und unternehmen und b) lecker zu Mittag im Restaurant Pont St Martin essen. Dennoch haben wir den Samstag über viel gesehen und erlebt:

Im Musée Alsacien wird Volkskunst und Kunsthandwerk aus dem Elsass ausgestellt. Das Museum erstreckt sich über ein paar alter Fachwerkhäuser und ist unheimlich verwinkelt und die einzelnen Räume und Gänge sind äußerst klein und eng. Es werden das Leben, das Arbeiten und die Bräuche der Bauern im Elsass näher “beleuchtet”.

D.h. man kann alte Möbelstücke, Trachten, Kochutensilien, Bücher, uvm. bewundern und sich auch fragen wie viele Einrichtungsgegenstände in der eigenen Wohnung rumstehen und wie viel Wohnraum heutzutage zur Verfügung steht. Früher (ich hätte in meinem Alter ja bereits 5 Kinder gehabt 😉 ) hätte die ganze Familie in einer großen Stube gelebt, gegessen und geschlafen. Man hätte nur ein einziges “gutes” Kleid, die regional typische Tracht, besessen und diese auch nur am Sonntag in die Kirche angezogen. Wenn ich da zum Vergleich in meinen Kleiderschrank schaue …

Das wohl bekannteste Bauwerk in Straßburg ist das Straßburger Münster welches mit “echtem” Namen Cathédrale Notre-Dame de Strasbourg heißt. Die Bauzeit hat sich über drei Jahrhunderte hingezogen und es war im 17. und 18. Jahrhundert das höchste Bauwerk der Menschheit. Der 142 Meter hohe Nordturm kann auch bestiegen werden, was wir aber aus Zeitgründen leider nicht geschafft haben. Ein weiterer Grund für die Bekanntheit der Kirche ist die einzigartige astronomische Uhr die sich im Seitenschiff neben dem Altar befindet.

Die astronomische Uhr ist eine mechanische Uhr aus dem Mittelalter, die außer der Uhrzeit auch astronomische Sachverhalte (Lage von Sonne und Mond über dem Horizont, den Tierkreis, die Mondphasen etc.) anzeigt. Astronomische Uhren wurden im späten Mittelalter primär in Kirchen aufgestellt. Der Kirchgang war damals der gesellschaftliche Mittelpunkt und die meisten Menschen hatten ja nicht genug Geld um sich eine eigene Armbanduhr zu kaufen 😉 . Zur Weihnachtszeit ist zudem im Seitenschiff der Kirche eine Krippe mit großen und sehr schön gearbeiteten Holzfiguren aufgebaut.

Am Nachmittag hatten wir noch eine Bootsfahrt auf der Ill unternommen. Die Ill fließt, im Gegensatz zum Rhein, nicht nur an Straßburg “vorbei” sondern durchzieht die Alt- und Neustadt mit vielen kleinen Kanälen.

Bootsfahrt auf der Ill

Die Bootsfahrten starten in der Altstadt und führen durch zwei Schleusen bis hin zum Europaparlament und enden wieder am Anleger in La Petit France. Ich habe während der Fahrt leider keine Bilder gemacht, durch das Glasdach des Schiffes ist es nämlich ein wenig doof zum fotografieren. Im Sommer wird das Panoramadach des Bootes komplett geöffnet und man sitzt im Freien was natürlich nochmals ein Stück schöner ist.

Gegen Spätnachmittags hatten die Straßburger dann die Weihnachtsbeleuchtung angemacht und ich muss sagen es war unglaublich 🙂 und so gar kein Vergleich mit dem Ulmer Weihnachtsmarkt. Ich habe noch nie so beleuchtete und (teilweise auch kitschig) dekorierte Häuser und Gassen gesehen. Da soll mal noch einer sagen die Amerikaner seien fanatisch wenn es um die weihnachtliche Beleuchtung des Eigenheimes geht. Der Weihnachtsmarkt erstreckt sich über die gesamte Altstadt. Das “Budenangebot” ist natürlich ähnlich wie bei uns in Ulm wobei ich fand das die “Glühweinstand-Dichte” fast noch höher ist 😉 . Gegen 18 Uhr mussten wir leider den Heimweg bzw. die Heimfahrt antreten – auch der schönste Tag geht mal zu Ende. Zu guter Letzt grüßt Euch eine rothaarige Elsässerin und wünscht Euch schöne Feiertage.

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