Urlaub in Frankreich

Unterwegs im Land der Katharer

2. Oktober 2016

Im Süden Frankreichs bzw. primär in der Grenzregion des Languedoc-Roussillon sind die Katharer fast schon allgegenwärtig. Sie sind nicht nur Namensgeber für imposante Festungen, die wie Adlernester an die schroffen Felsen gebaut wurden, sondern auch für Weingüter, Straßen und touristische Einrichtungen.

Das es sich bei den Katharern um eine Glaubensgemeinschaft aus dem 11. – 13. Jahrhundert handelt und die Guten mit weltlichem Zeugs absolut gar nichts am Hut hatten, gerät dabei schnell in Vergessenheit.

Katharer

In der Zeit der Inquisition und der Feldzüge in Okzitanien bauten die Brüder Festungen bzw. befestigte Höhensiedlungen um ihr Leben und ihren Orden vor Übergriffen zu schützen.

Katharer

So haben die Katharerfestungen nichts mit Königsfestungen wie z.B. der in Carcassonne gemein, dienten aber trotzdem der französischen Krone um gegen die Machtansprüche des Königreichs Aragon (das hat jetzt auch nichts mit dem Herr der Ringe zu tun 😉 ) zu bestehen und die Grenzen abzusichern.

Katharer

Die bedeutendsten Festungen sind die Ruine Peyrepertuse mit einer Gesamtfläche von 7000 m² und die erstmalig 1020 erwähnte Ruine Quéribus. Ist man erstmal den steilen Weg zur Festung hochgekraxelt eröffnet sich einem ein atemberaubender Ausblick auf die Berge.

Ich möchte an dieser Stelle noch ein paar Worte über den Glauben der Katharer verlieren. Wie bereits erwähnt war der Hauptantrieb der, dass “Gute im Menschen” (sprich seine Seele) aus der “bösen Welt” in den Himmel zu bringen. Aus heutiger Sicht handelt es sich also um eine klassische Erlösungsreligion und diese war wohl den Menschen, mit vorherrschendem katholischen Glauben, etwas zu “unheimlich”.

Katharer

Hinzu kam noch, dass sich die Mächtigen und somit natürlich auch die Inquisitoren – die ja bekanntlich gegen alle und jeden vorgegangen sind der nicht in ihr “Weltbild” gepasst hat – daran gestört hatten, dass für die Katharer das alte Testament ohne Bedeutung war und nur das neue Testament (primär das Evangelium des Johannes) einen herausragenden Stellenwert eingenommen hat. So war die Glaubensrichtung auch dem Untergang weit gewesen, welcher dann auch im späten 13. Jahrhundert besiegelt wurde.

Das die Kirche, egal in welcher Ausprägung, im Pays Cathare eine große Rolle spielte sieht man auch an den vielen Eremitagen wie beispielsweise Saint-Antoine in der Gorges de Galamus.

Katharer

Die Gebäude schmiegen sich an die steilen Felsen und werden beinahe von ihnen “verschluckt”. Sitzt man fernab der Zivilisation zwischen Feigenbäumen auf den Felsen die den Kirchenraum und die dahinterliegende Grotte umgeben, bekommt man einen Eindruck von der Stille und der meditativen Stimmung die die Mönche umgeben haben muss.

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