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Côte Vermeille – Unterwegs rund um Port-Vendres

29. Oktober 2021

Etappe 21 – Nach unseren letzten, teils fahrintensiven Etappen in Spanien haben wir endlich wieder die Wanderstiefel geschnürt und sich von Port-Vendres aus zum Cap Béar gewandert. Wir hatten zuvor auf dem Wohnmobilstellplatz, der ruhig gelegen im ehemaligen botanischen Garten der Stadt untergebracht ist, übernachtet. Der Küstenpfad „Sentier du Littoral“ führt dabei nicht nur zum Leuchtturm am Cap Béar sondern verbindet Port-Vendres auch mit den nahegelegenen Örtchen an der Küste, sprich Banyuls-sur-Mer im Süden und dem malerischen Collioure im Norden.

Wanderung zum Cap Béar

Wir kennen Port-Vendres bzw. die Gegend hier bereits von unseren Ferienhausurlauben hier an der Côte Vermeille. Wir haben uns nämlich schon zwei Mal in Saint-Cyprien Plage, welches etwas nördlicher von Port-Vendres liegt, einquartiert und vor dort aus unzählige Ausflüge entlang der Küste, sowie in das Landesinneren unternommen. Hier in der Gegend startet beispielsweise auch eine andere wunderbare Wanderung zum Tour de Madeloc, die ich euch nur wärmstens empfehlen kann und die ihr auch hier auf meinem Blog findet:

Côte Vermeille – Wanderung zum Tour de Madeloc

Spaziergang in Port-Vendres

Port-Vendres gehört für mich zu den Städtchen die aufgrund ihrem Industriehafen, nebst dem obligatorisch Jachthafen, einen etwas spröden Charme versprühen. Auf der einen Seite sind da die vielen kleinen Restaurants und Cafés, die sich wie Perlen einer Kette am Hafenbecken reihen, auf der anderen Seite stehen die Verladekräne des einzigen Tiefseehafens in den Pyrénées-Orientales im krassen Gegensatz zueinander.

Hier befindet sich darüber hinaus auch die größte Fischereiflotte des Küstenabschnittes und somit hat das Ganze natürlich nichts mehr mit der Krabbenkutterromantik wie beispielsweise in Husum zu tun 😉 . Neben der Fischerei hat auch der Weinbau in der Region eine große Bedeutung, Port-Vendres gehört nämlich zu den vier Orten der Region Roussillon deren Wein unter der Appellation Banyuls vermarktet werden darf. Der Banyuls ist ein wunderbarer Likörwein, der an den Steilhängen der Côte Vermeille angebaut wird und sich als Aperitif und Dessertwein bestens trinken lässt.

Im nahegelegene Banyuls-sur-Mer kann in der Cellier des Templiers auch eine Führung inklusive Weinprobe unternommen werden. Hierfür kann ich eine klare Empfehlung aussprechen, denn die Führung ist super interessant und kurzweilig und auf keinen Fall ein „Touristenabzocke“. Zudem muss ich mir, wenn wir wieder daheim sind unbedingt auch mal wieder ein Gläschen Banyuls gönnen. Wir haben nämlich noch „Stoff“ 😉 vom letzten Urlaub und kennt ihr das auch: oft geraten die kulinarischen Mitbringsel aus dem Urlaubs nach dem Urlaub schnell wieder in Vergessenheit und verstauben im Schrank, weil der Urlaubsflair doch irgendwie verflogen ist.

Wanderlust

Die Wanderung zum Cap Béar startet hinter dem Industriehafen und quasi am Wohnmobilstellplatz. Solltet ihr mit dem PKW anreisen könnt ihr hier am Straßenrand parken. Es gibt zwei gut ausgeschilderte Routen die sich auch kombiniert erwandern lassen: einmal den schmalen, steilen Sentier du Littoral oder als Alternative den Fahrweg zum Leuchtturm, der parallel zum Küstenpfad verläuft.

Auf dem an manchen Stellen steilen Küstenpfad muss auf jeden Fall ein wenig gekraxelt werden und wem das zu anstrengend oder wer auch nicht so gut zu Fuß ist, kann einfach auf dem Fahrweg wandern. Landschaftlich nimmt es sie ja nichts und wir sind auf dem Rückweg auch entspannt auf der Straße spaziert.

Diese Wanderung wäre somit auch ein Ausflug, den man gut mit dem Kinderwagen unternehmen kann, was ja oft aufgrund der Wegführung nicht möglich ist. Dabei folgt man am Startpunkt nicht der Beschilderung des Küstenpfades sondern der des Fahrweges rechter Hand. Das imposante Fort Béar kann dabei nicht besichtigt werden, da es militärisch genutzt wird. Dasselbe gilt auch für Teile des Caps in der Nähe des Leuchtturms. Nebst einem fantastischen Rundumblick auf das Meer, die Buchten entlang der Küste und bei guter Sicht bis nach Banyuls-sur-Mer stößt man hier auch noch Relikte aus dem zweiten Weltkrieg. Wobei die Überreste der Geschütz- und Bunkeranlagen eher wie Fremdkörper in der Idylle anmuten.

Informationen zur Wanderung
Schwierigkeiteinfach
Distanz6 km
Wanderzeit2 Stunden
Geeignet für Kinder / KinderwagenJa / Ja

Natur und Industrieerbe in der Bucht bei Paulilles

Die Wanderung kann vom Leuchtturm am Cap noch zum Landschaftsschutzgebiet rund um die Bucht von Paulilles weitergeführt werden. Wir sind diese Mal zwar wieder nach Port-Vendres zurück spaziert, haben die Bucht von Paulilles aber vor ein paar Jahren mit dem Auto besucht.

Wegweiser am Cap Béar

Hier können neben einer Restaurationswerkstatt für katalanische Boote auch die Überreste eine Sprengstofffabrik von Alfred Nobel aus dem Jahr 1870 besichtigt werden. Inmitten der Natur befand sich nämlich neben der besagten Fabrik eine richtige kleine Arbeiterstadt mit Kirche, Schule und Geschäften. Heute ist in sieben der 32 Gebäude ein Museum untergebracht in dem die Geschichte der Produktionsstätte und auch der Alltag der Arbeiter erzählt wird.