Chicago & Great Plains

No Tourist Land oder von der Windy City durch die Great Plains

23. August 2017

Die die mich ein wenig besser kennen und die Überschrift des Artikels deuten können, können sich sicherlich vorstellen wo es im Herbst nochmals für 3,5 Wochen in den Urlaub hingeht 😉 . Wir fliegen mit United/Lufthansa für 3,5 Wochen in die USA, genauer genommen nach Chicago. Auch dieses Mal erhoffe ich mir schöne Abende am Lagerfeuer und viele tolle neue Eindrücke von Land, Leuten und Tieren 🙂 . Die letzten Monate waren (mal wieder) ein wenig turbulent und ich freue mich schon mächtig auf ein paar Wochen Ruhe und Natur pur.

Ja nach Chicago fliegen und gleichzeitig Natur pur erleben muss sich nicht unbedingt ausschließen. Wir werden am Anfang des Urlaubs nicht lange in der Windy City verweilen, sondern zügig weiter in Richtung Voyageurs National Park und North Dakota fahren. Von dort aus soll es weiter Richtung Badlands Nationalpark (South Dakota) und durch Iowa zurück nach Chicago gehen. Die letzen Tage wollen wir noch am Lake Michigan verbringen.

Natürlich habe wir wieder unser geliebtes Zelt und viele nützliche Ausrüstungsgegenstände dabei. Ich habe in Vorbereitung für unseren Urlaub an Kanadas Westküste bereits in einem anderen Artikel unsere Ausrüstung genauer unter die Lupe genommen:

Die Great Plains Staaten sowie Chicago und das Ufer des Lake Michigan sind auf unserer persönlichen USA Landkarte noch ein weißer Fleck, was wir jetzt schnellstens ändern wollen 🙂 . Ich bin schon sehr gespannt was die „klassischen“ Prärien des amerikanischen Westens so an Landschaften und Tieren zu bieten hat.

Reiseführer

Wir haben traditionellerweise noch keine wirklich Route ausgearbeitet, sind aber diese Jahr dazu über gegangen alle Sehenswürdigkeiten wie Roadside Attractions, State und National Parks in einer App einzutragen um während der Reise einfach darauf zugreifen zu können. Zu diesem Zweck nutzen wird die besagte App von Roadtrippers. Ein Grund hierfür war sicherlich auch der Mangel an vernünftigen Reiseführern im Papierformat.  Während für die meisten anderen Regionen der USA ein Dutzend Reiseführer zur Verfügung stehen war unser Auswahl für den jetzigen Urlaub eher eingeschränkt. Die Great Plains sind halt einfach keine richtige Touristengegend und daher wenig in der einschlägigen Reiseliteratur besprochen bzw. berücksichtigt. Trotzdem haben wir dieses Jahr zwei Stück in den Weiten des Internes gefunden: einmal den „Great Lakes“ Reiseführer von Vista Point (23 Euro) und einmal den „The Dakotas – a guide to unique places“ Reiseführer (17 $) aus der Reihe „Off the Beaten Path“.

Beide sind über Amazon erhältlich, wobei letzterer in Europa ziemlich unbekannt ist. Inhaltlich machen beide Reiseführer einen guten Eindruck, sind aber nicht miteinander zu vergleichen: Der Vista Point ist ziemlich bunt und sehr detailliert, d.h. die vorgeschlagenen Routen sind mit allen Sehenswürdigkeiten und genauen Entfernungen haarklein ausgearbeitet. Auf der einen Seite eine tolle Sache – auf der anderen Seite evtl. in der Praxis nicht ganz optimal wenn man von der Touristenroute abweicht. Was bei uns natürlich nie vorkommen wird 😉 …

Der Reiseführer aus der Reihe „Off the Beaten Path“ ist sehr schlicht, ohne Bilder und nur mit Kartenausschnitten und zudem in englischer Sprache. Hier finde ich toll, dass auf Feste und regionale Eigenheiten im jeweiligen County eingegangen wird. Das geht über Regeln zum Fischen, die besten Golfplätze, die Eisdiele mit der cremigsten Eiscreme in South Dakota bis hin zu der Info das es sich bei der Prairie Rose um die State-Flower von North Dakota handelt.

Parkplatz, Flug und Hotels

Auf den Hinflug mit United bin ich schon sehr gespannt. Wir sind vor ein paar Jahren schon einmal mit der Airline geflogen und ich habe sie essensmäßig nicht in bester Erinnerung. Wobei es sich hier um ein persönliches Problem gehandelt hat – Nachtisch mit Banane und Jogurt mit Erdbeere stehen leider nicht auf meiner Liste der liebsten Lebensmittel 😉 . Für 510 Euro pro Person kann man denke ich nicht meckern, man weiß leider nie ob es Last Minute doch noch billiger wird oder nicht. Aber letztendlich habe ich doch lieber „den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach“. Und ein Direktflug ist auch Gold wert. Insbesondere wenn wir bereits um 10:30 Ortszeit ankommen und am letzten Tag um 16 Uhr mit Lufthansa zurückfliegen. Bevor wir aber in Frankfurt in den Flieger steigen werden wir eine Nacht im Sheraton am Flughafen verbringen. Wir haben hierfür unsere gesammelten Flugmeilen „auf den Kopf gehauen“ und uns ein Hotel direkt am Terminal gegönnt. Für unser Dusterle mussten wir 120 Euro Parkgebühren für das Parkhaus direkt am Terminal liegen lassen. Aber so hat es der Kleine warm und schattig und kann in sicherer Umgebung auf unsere Rückkehr warten 😉 .

Mietwagen

Bei unserem Mietwagen handelt es sich diese Jahr um einen FFAR (F = Fullsize, F = Allrad, A = Automatik. R = Klima) also kurz gesagt um einen Fullsize SUV und somit um ein Auto aus einer der größten Mietwagenklassen. Er schlägt mit 1100 Euro zu Buche, wobei das Geld gut angelegt ist weil wir immer viel Equipment und vor allem auch Holz und Kohle fürs Lagerfeuer mit uns herumfahren. Als Backup kann man bei schlechtem Wetter auch mal im Auto schlafen, wenn z.B. der Zeltplatz halb unter Wasser stehen sollte 😉 . Gemietet haben wir den Wagen dieses Jahr wieder über Alamo. Die Sache mit Hertz letztes Jahr war irgendwie suboptimal. Es hat alles reibungslos funktioniert, aber irgendwie waren die zur Auswahl stehenden Marken – allen voran Jeep – nicht so ganz geeignet für unsere Zwecke. Der Kofferraum war im Verhältnis zum Auto sehr klein und das Armaturenbrett verbaut. Bei Alamo stehen in dieser SUV-Klassen vor allem Ford, Chevrolet und GMC zur Auswahl. Wie hatten in Kanada (2014) bereits einen großen Chevrolet Tahoe und waren damals sehr zufrieden 🙂 .

Unser Chevrolet Tahoe im Glacier National Park

Der Zusatzfahrer ist beim o.g. Preise ebenfalls beinhaltet, das gilt ebenso für die erste Tankfüllung – wir können ihn also leer zurückgeben. Man kann sagen es ist ein rundum Sorglos-Paket. Außerdem ist so ein großer Wagen bei Roadtrips einfach kultiger – zwischen Fahrer und Beifahrer ist genug Platz für eine mittelgroße Sushi-Platte oder ein Brettspiel 🙂 .

SIM-Karte

Dieses Jahr werden ich auch das erste Mal mit meiner eigenen US-SIM-Karte reisen 🙂 . Bisher hatte sich nur Florian eine SIM-Karte für amerikanische Netze (meist AT&T) besorgt und sein Handy hat als mobiler Hotspot für mich gedient. Wir sind mit den 6-8 GB Datenvolumen immer knapp hingekommen. Grund war sicherlich auch, dass ich immer versucht habe über öffentliche WLAN’s bei Starbucks, McDonalds etc. meine Bilder für den Blog hochzuladen. Mitunter war das, trotz der hohen Dichte an Fast Food Buden, eine recht zeitraubende und umständliche Sache. Unsere prepaid SIM-Karten haben wir bei Sim-Bee gekauft. Es handelt sich um die H2O Wireless – Unlimited im Netz von AT&T mit 8 GB Datenvolumen und Telefonie. Dabei werden die Karten am Tag der Anreise vom Verkäufer freigeschalten. Wir haben die letzten Jahre immer gute Erfahrungen gemacht.

Welcome Chicago

Was wir diese Jahr auch wieder gemacht habe ist das Motel für die erste Nacht auf amerikanischem Boden im Voraus zu reservieren. Dieses Mal sind wir in Racine nördlich von Chicago. Warum ? Weil wir am Ankunftstag gleich in Pleasant Prairie das Premium Outlet besuchen wollen 🙂 – SHOPPING sag ich da nur. Es ist mal wieder ein Days Inn geworden. Hierbei handelt es sich um eine sehr weit verbreitete Motelkette mit zwei Sternen. Unterm Strich heißt das, dass es sich um ein normale Motel mit etwas altmodischen Zimmern, einem Frühstücksraum mit Waffelmaschine und einer Drückkaffee-Kanne handelt in dem morgens viele Menschen in Jogginghose hocken und Orangensaft aus Pappbechern trinken und kleine mit weißem klebrige Forsting versehene Donuts essen während im Fernsehen irgendeine Morgenshow über den Bildschirm flimmert. Wie gesagt, immer muss ich diesen morgendlichen Anblick nicht haben und mir ist ein Büffel vor dem Zelt oder ein Waschbär auf dem Campingtisch lieber – aber so fängt für mich immer der USA Urlaub an und ICH LIEBE ES.

Ich werde euch auf jeden Fall auf dem Laufenden halten und bin selber gespannt wo es uns nach der ersten Nacht im Motel „hinverschlägt“. Im Gegensatz zu Samstagnacht ist für die Nacht von Sonntag auf Montag eine Reservierung auf den Campingplätzen der State Parks nicht notwendig und man kann die Sache relaxt angehen. Vermutlich werden wir uns aber am Ufer des Lake Michigan ein Plätzchen suchen.