Unterwegs in Süddeutschland

Impressionen von der Slow Schaf 2017

18. November 2017

Auch dieses Jahr war ich wieder auf der Slow Schaf im Alten Lager in Münsingen unterwegs. Ich bin jedes Jahr wieder von der Location begeistert und fühle mich auf der Messe unheimlich wohl 🙂 . Das liegt vielleicht auch daran, dass ich stolz darauf bin am Rande der Schwäbischen Alb zu wohnen und die Alb für mich zu einem der schönsten Landstriche in Deutschland gehört. Zudem werden zwischen Donau und Neckar tolle kulinarische Erzeugnisse produziert und alte Traditionen wiederbelebt. Ich finde es außerdem faszinierend, dass ein solch geschichtsträchtiger Ort, in dem früher die Soldaten im Gleichschritt marschierten, heute so vielfältig genutzt wird.

Die Slow Schaf findet zusammen mit der schön & gut jedes Jahr Ende Oktober / Anfang November am Rande des ehemaligen Truppenübungsplatzes in Münsingen statt. Als Messehallen dienen die alten Kornspeicher auf dem Gelände des Alten Lagers. Dieses Jahr waren 160 Aussteller auf der, in Kooperation mit der Slow Food Vereinigung Tübingen/Neckar-Alb und Ulm veranstalteten Messe vertreten. Die Slow Food Bewegung steht für genussvolles, bewusstes und regionales Essen und steht im Gegensatz zu der Massentierhaltung und -produktion. Hier stehen Lebensmittel im Fokus die gut, sauber und fair produziert wurden – und das finde ich persönlich in der heutigen Zeit eine unheimlich wichtige Sache.

Auch das Thema woher den unsere Kleider kommen und ob die Sachen unter menschen- würdigen Bedingungen gefertigt und nicht um die halbe Welt gekarrt werden, ist eine Tatsache die man sich doch ab und an ins Gedächtnis rufen sollte. Auch ich konsumiere oftmals “blind” und mache mir sicherlich nicht immer Gedanken zu diesem Thema. Da ist es doch auch schön nicht nur die fertigen Produkte in der Hand zu halten sondern auch mal den wolligen Erzeugern über das Köpfchen streicheln zu können.

Bei der schön & gut stehen neue Trends für Tisch- und Wohnkultur im Mittelpunkt und ich konnte mich nur schwer beherrschen nicht Unmengen an neuer Deko für unsere Wohnung und den Garten ins Auto zu packen. Hier ist es ein wenig wie mit dem Kleiderschrank – der ist voll und man hat doch nie was zum Anziehen. Was ich aber mitgenommen habe sind einige neue Ideen und Inspiration zum basteln und dekorieren und nebenbei bin ich auch schon ein wenig in Weihnachtsstimmung gekommen 😉 .

Mein erstes Highlight auf der Messe war die Hütevorführung am frühen Nachmittag. Es ist schon beeindruckend wie der Hütehund agiert und die Schafe von einer Seite des Platzes zur anderen bringt. Hier hat der Hund die Schafe auch nicht im Voraus gekannt bzw. der Hund hat nicht “seine” Herde gehütet, was die Sache wie ich finde noch bewundernswerter gemacht hat. Die Schäferin hat dem Hund nur ganz leise Befehle gegeben und ich hatte den Eindruck, dass auch ihre Körperhaltung beim Hüten eine große Rolle gespielt hat.

Nach der nervenaufreibenden Vorführung 😉 habe ich mir diese Jahr eine leckere Mauldasch im Laugenweckle schmecken lassen. Der Slogan des Foodtrucks “ultimativer Gaumengenuss mit kulinarischen und extravaganten Maultaschen Variationen” passt perfekt zu der Slow Food Story und zum Ländle. Dazu kommt, dass ich schon lange nicht mehr so eine leckere Kombination im Weckle gegessen habe. Da sieht man halt mal wieder was dem Schwaben lieb und lecker ist.

Mein zweites Highlight war die Vorführung “From Nose to Tail”, bei der auf der Bühne in Halle S4 ein halbes Schaf zerlegt und die Verwendung der einzelnen Teile erläutert wurde. Ich bin begeisterte Fleischesserin und könnte mir eine Leben ohne nicht vorstellen. Mir ist aber wichtig zu wissen was hinter der Wurst bzw. dem Stück Fleisch steckt das bei mir auf dem Teller liegt. Ich finde es auch ganz natürlich Fleisch in seiner ursprünglichen Form, spricht als geschlachtetes Ganzes mit Beinen / Kopf / Schwanz, zu sehen. Alles andere finde ich persönlich nur heuchlerisch. Es sollte jedem klar sein, dass ein lebendes Wesen – welches atmet und uns aus seinen oftmals treuherzigen Augen anschaut – gestorben ist und man der ganzen Sache mit etwas Respekt gegenüber stehen sollte. Die Vorführung war sehr informativ und ich konnte mal wieder ein paar Ideen für die heimische Küche mitnehmen. Wobei das Auslösen der Knochen und das Zerlegen des Fleisches beim Metzgermeister auf der Showbühne total einfach aussah und ich daheim in meiner Küche glaube ich nicht genau wüsste wo ich den genau anfangen sollte.

Bevor wir gegen 17 Uhr die Messe mit vielen neuen Eindrücken verlassen haben, habe ich den kleinen wolligen Bewohnern der Schwäbischen Alb noch einen letzten Besuch abgestattet. Ich war diese Jahr nicht nur von den Schafen, sondern auch von den Alpakas mehr als angetan.  Die kleinen etwas dauerverwirrt dreinschauenden Wesen leben normal auf der Alpakafarm Schaber im schönen Neckartal und ich überlege jetzt schon ob ich nicht im nächsten Jahr an einer Alpaka Trekking teilnehmen soll. Der Hof bietet einerseits Veranstaltungen zu festen, andererseits aber auch zu individuellen Termine an. Aber mal sehen – jetzt geht es erstmals in die bekanntlich nicht ganz stressfreie Vorweihnachtszeit. Was aber sicher ist, ist dass es nicht mein letzter Besuch auf der Slow Schaf war – ich freue mich schon auf das nächste Jahr 🙂 .

Mähhh

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