Unterwegs in Süddeutschland

Mit dem Womo am Brombachsee

7. Juli 2021

Ich möchte euch in den nächsten drei Beiträgen auf meinem Blog gerne auf unsere erste gemeinsame Familienreise zu Dritt und als zweite „Premiere“, im Wohnmobil anstelle wie bisher im Zelt, mitnehmen. Genau genommen waren wir ja mit Henry bereits im Urlaub. Jedoch hatte er letztes Jahr von der schönen Eifel noch nicht viel mitbekommen, sondern ist mit Schluckauf in meinem Bauch herumgeschwommen 🙂 .

Wir haben die knappen eineinhalb Wochen Urlaub Anfang Juni auch als „Testlauf“ für unserer Elternzeit im Spätsommer verwendet. Da wollen wir, wenn es die Gegebenheit zulassen, mit dem Wohnmobil bis nach Portugal fahren. So haben wir bei unserem Pfingsturlaub vieles ausprobieren können:

  • Wie macht sich Henry bei längerer Fahrt im Kindersitz hinten im Wohnmobil?
  • Wo kann der kleine Lausemäuserich am besten und sichersten Schlafen?
  • Wie gestaltet sich die „Bespaßung“ bei schlechtem Wetter im Womo?
  • Reicht uns der Croozer Fahrradanhänger als Ersatz für den Buggy?
  • uvm.

Aber wir werden sehen wie sich alles auch pandemiemäßig weiterentwickelt, denn in sieben Wochen kann urlaubstechnisch noch viel passieren. Ich halt euch natürlich wie immer auf dem Laufenden. Das wunderschöne Wohnmobil gehört übrigens meinen Eltern und wird jetzt, da Flugreisen nach Amerika momentan ja nicht möglich sind, gerne auch von uns „mitgenutzt“. Ich kann an dieser Stelle schon mal soviel verraten, dass Henry (wie auch Oma/Opa und die Eltern) Campingurlaub liebt und ab der ersten Minuten voll und ganz dabei war.

Es ist auf den Stell- und Campingplätzen auch sooooo spannend und es gibt immer und überall was zu sehen und man kann quasi 24-hours „Menschen“ beobachten 😉 . Vor allem der Nachbarshund hat es ihm auf dem Campingplatz nahe Regensburg mehr als angetan. Dazu aber im nächsten Beitrag mehr.

Fränkisches Seenland

Jetzt möchte ich euch aber den Brombachsee inmitten dem Fränkischen Seenland als Wochenendausflugs- bzw. Urlaubsziel im Allgemeinen vorstellen. Von Ulm/Neu-Ulm sind es nämlich nur 170 Kilometer oder zwei Stunden Fahrt und man ist bereits mitten im Urlaubsparadies. Das Zentrum des Fränkischen Seenlandes sind die drei Seen „Große Brombachsee“, „Kleiner Brombachsee“ und „Igelsbachsee“, von denen im geläufigen Sprachgebrauch einfach als Brombachsee die Rede ist.

Blick auf den Brombachsee

Neben den drei genannten Stauseen die unmittelbar nebeneinander liegen und nur durch zwei Dämme voneinander getrennt sind, gibt es noch vier weiter Seen. Der Größte dieser Seen ist wiederum der Altmühlsee mit einer Fläche von 4,5 km². An dessen Ufer liegt auch die größte Stadt im Seenland, nämlich Gunzenhausen. Vom Brombachsee erreicht man den Altmühlsee bzw. Gunzenhausen mit dem Rad entlang dem knapp neun Kilometer langen Altmühlüberleiter. In Gunzenhausen gibt es zudem die nächste große Möglichkeit zum Einkaufen, sprich die einschlägigen Discounter und Supermärkte. Zudem loht sich ein Besuch der kleinen, aber feinen und so typisch fränkischen Altstadt.

Dabei wurden die insgesamt sieben Seen des Seenlandes künstlich angelegten um das Wasservorkommen in Bayern anzupassen bzw. auszugleichen, aber auch um die Lebensqualität nahem dem Ballungsraum Nürnberg zu steigern. Das nördliche Bayern ist nämlich wasserärmer als der Süden mit der Donau und den vielen Zuflüssen aus den Alpen. Ich würde sagen, dass das Projekt ohne Frage gelungen ist und schaut man auf die Autokennzeichen auf dem Wohnmobilstellplatz sind die fränkisch Regionalen eher in der Minderheit und selbst Besucher aus dem hohen Norden genießen die Zeit hier am See.

Vor allem rund um die größeren Orte am Brombachsee, Absberg und Ramsberg hat sich in den letzten Jahren viel getan. Ich kann euch gar nicht mehr genau sagen, wann ich das erste Mal am Brombachsee war – vor 15 oder 20 Jahren? Ich weiß es nicht mehr genau, aber heute lässt das Fränkische Seenland in den Sommermonaten wohl touristisch keine Wünsche mehr offen. Über Segelschulen, Fahrradverleih, die Möglichkeit zum Wakeboarden oder Minigolf spielen bis hin zu einer gemütlichen Schifffahrt mit der „MS Brombachsee“ ist auch für jeden und für jedes Alter etwas dabei.

Entspannter Urlaub am See

Dabei findet ich, dass sich die Badehalbinsel in Absberg, auf der es neben dem Wohnmobilstellplatz auch eine große Zeltwiese gibt, sehr gut als Basis für entspannte Campingtage am See eignet. Hier hat es neben schönen Badesandstränden und der bereits erwähnten Wakeboardanlage auch eine Strandbar sowie zwei Restaurants. Im „Zum Hafen“ am Freizeithafen kann man schön draußen im Biergarten sitzen und leckere fränkische Spezialitäten wie beispielsweite Schäufele essen. Ich finde es immer schön, wenn man am Abend noch etwas fußläufig oder mit dem Rad vor Ort unternehmen bzw. Essen gehen kann und dafür nicht noch extra mit dem Auto unterwegs sein muss.

Wer eher „daheim“, sprich am Zelt oder Wohnmobil oder in der Ferienwohnung (von denen es in der Region natürlich auch welche gibt 😉 ) kocht und gerne regional einkauft, der sollte unbedingt auf dem Müssighof vorbeischauen. Hier gibt es neben einem nette Bistro auch einen tollen Hofladen. Der Hof gehört übrigens zum Regens Wagner Institut das, wie die Lebenshilfe, Menschen mit Behinderung unterstützt und ihnen Möglichkeiten zum Wohnen und Arbeiten bietet. Ich verlinke euch alles natürlich noch am Ende des Beitrages.

Neben dem Wohnmobilstellplatz in Absberg gibt es noch einen Zweiten an der Freizeitanlage in Ramsberg. Hier kann man unweit dem Segel- und Jachthafen übernachten und sich auch von der örtlichen Gastronomie verwöhnen lassen. Wer vielleicht nicht mit dem gemieteten oder eigenen Wohnmobil unterwegs ist, der kann sich auf dem Campingplatz in Langlau einen Wohnwagen mieten oder auch in einem Fass übernachten. Der „See-Camping“ in Langlau liegt, wie auch die Badehalbinsel in Absberg, direkt am Kleinen Brombachsee.

Blick auf den Igelsbachsee

Unterwegs mit dem Rad

Das man am Brombachsee seinen Wassersport-Hobbys frönen und natürlich auch Tretboote leihen kann ist ja irgendwie klar. Das es hier aber ein sehr gut ausgebautes und beschildertes Radfahrnetz gibt und der See vor allem Vorzüge hat, wenn man mit kleineren Kindern eine Radtour unternehmen will, möchte ich hier gesondert herausstellen. Henry kann ja noch lange nicht selber Radfahren, aber auch die Zeiten werden kommen und dann finde ich es wichtig, dass man auch die Möglichkeit hat die Tour abzukürzen (wenn die Kraft und Lust nachlässt) oder auf eine Alternative zurückzugreifen. Eine Abkürzung der Gesamttour von 28 Kilometern ist über die Dämme am Igelsbachsee bzw. Kleiner Brombachsee ohne Probleme möglich und die Alternative wäre hier sicherlich, eine Teilstrecke mit der „MS Brombachsee“ zurückzulegen.

Übersichtskarte Brombachsee

Zudem gibt es immer wieder die Möglichkeit zur Einkehr oder für einen kurzen Stopp am Strand oder Spielplatz. Die Radwege sind dabei bis auf eine kleine Steigung bei Ottmannsberg komplett eben, fein geschottert und sogar in Teilen geteert. Lediglich auf dem Weg an den Altmühlsee, entlang dem Überleiter muss eine starke Steigung überwunden werden. Da es sich aber um ein kurzes Wegstück handelt, haben wir an dieser Stelle einfach unser Rad geschoben. Die Radwege waren auch allesamt mit Radanhänger gut befahrbar und breit genug, dass wir auch bei Gegenverkehr keinerlei Probleme hatten.


Mein Mann und ich haben die entspannte Zeit am Brombachsee wieder sehr genossen auch wenn Camping mit Kind natürlich nochmals was anders ist, wie wenn man nur zu zweit unterwegs ist. Aber die Routine und die Erfahrungen der letzten 15 Jahren im Zelt waren hier auf jeden Fall von Vorteil. Von daher sind die ersten Tage unserer Womo-Familienurlaub-Premiere voll und ganz gelungen. Im nächsten Beitrag nehme ich euch mit an die blaue Donau. Dabei besuchen wir das schöne Regensburg und das Kloster in Weltenburg.


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