Blick auf den Brezgenmarkt

Ein Ausflug auf die Alb führt uns immer wieder am Palmsonntag zum traditionellen Brezgenmarkt im Hungerbrunnental. Vom Wanderparkplatz Hirschental bei Altheim/Alb geht es entspannt durch das wunderbare Naturschutzgebiet Hungerbrunnental hinunter zum Marktgelände -eine gemütliche Familienwanderung voller Alb‑Atmosphäre, erstem Frühlingsgrün und weitem Talblick.

Das Hungerbrunnental verdankt seinen Namen der Karstquelle Hungerbrunnen. Warum sie so heißt, zeigt sich wunderbar an den beiden folgenden Fotos: Die Quelle führt viele Jahr kein Wasser und wirkt wie eine unscheinbare, steinige Wiesenmulde. Für das Tal ist das ganz normal, denn der Hungerbrunnen kann über Jahre hinweg trocken bleiben. Das letzte Mal hat er übrigens im Jahr 2008 Wasser geführt.

Der Markt wurde erstmals 1533 urkundlich erwähnt und findet seit 1844 regelmäßig am Palmsonntag am Rande der Quelle statt. 1705 wurde das Fest vom Rat der Stadt Ulm und später im Jahr 1730 von der Regierung in Stuttgart sogar wegen Streitereien untersagt. Besonders ist nicht nur der Ort, ein abgelegener Freiplatz mitten im Hungerbrunnental, sondern auch der Ursprung: Der Markt war früher ein Festtag mit Tanz, der sogar als Heiratsmarkt diente. Heute geht es deutlich friedlicher und leider auch weniger romantisch zu, und die rund 140 bis 150 Stände ziehen sich wie ein kleines Marktdorf über die Wiesen rund um den Hungerbrunnen.

Der Markt selbst ist ein quirliger Krämermarkt, auf dem es von bunter Sockenwolle über Tischdecken und Kleidung bis hin zu Besen wirklich alles zu erstehen gibt. Für das leibliche Wohl sorgen verschiedene Anbieter und Vereine aus der Region, die an ihren Ständen Herzhaftes, Süßes und Getränke für jeden Geschmack anbieten. Für die kleinen Besucher sind das Karussell, die Schiffsschaukel und das Ponyreiten die unangefochtenen Highlights. Und für mich gehören natürlich eine frisch gebackene Palmbrezel aus Hefeteig und eine rote Wurst einfach dazu – ohne geht’s nicht.

Zum Brezgenmarkt im Hungerbrunnental strömen jedes Jahr Tausende Besucher, und dank des gut organisierten Pendelbusverkehrs aus Altheim/Alb, Heldenfingen, Heuchlingen, Dettingen, Gussenstadt und Ballendorf kommt man bequem und autofrei ins Tal – eine ideale Alternative für alle, die den Markt lieber ohne Wanderung besuchen möchten.

Und wie jedes Jahr war es einfach wieder schön – so schön, dass ich mich jetzt schon auf den nächsten Palmsonntag freue, wenn das Hungerbrunnental wieder zum perfekten Ort für einen vorösterlichen Familienausflug wird.

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